8 Wahrheiten (mit gebügelte Huhnerbrust und lang Korn-Wildreis, scharf!)
Die Coyotin fängt mit Begeisterung ein Stöckchen, das die wortteufelin warf. Auf diesem hier hatte die Coyotin allerdings eine Weile rumzukauen, bevor sie’s zufrieden war. Der Stock war nämlich ein schwerer Brocken, da die Coyotin Wahrheiten über sich a) gerne geheim hält, b) behauptet, solche würden nicht exisitieren und c) beleidigt ist, wenn ihr selbst oder jemand anders auffällt, dass sie’s doch tun. Manchmal auch geschmeichelt, je nach Tagesform. Nach langen Nachdenken kam sie jedoch mal wieder zu der tiefen Überzeugung, dass es eigentlich gar keine Wahrheiten über sie gibt, womit wir wieder entweder bei a) oder bei b) wären. Naja, der wortteufelin zuliebe hat sie aber dennoch nicht von dem Stock abgelassen und ihn mutig durchgekaut.
Jeder Spieler, jede Spielerin beschreibt acht Wahrheiten von sich. Wer das Stöckchen zugeworfen kriegt, schreibt das alles in seinen Blog rein, mitsamt den Regeln. Nun überlegt man sich, an welche acht Personen resp. Blogs man das Stöckchen weiter reicht. Schlussendlich schreibt man bei den Betreffenden einen entsprechenden Beitrag/Kommentar in den Blog.
1) Die Autorin hat in einer (vielleicht etwas trostlosen) Phase ihres Lebens fast ernsthaft darüber nachgedacht, ins Kloster zu gehen. Ja, Nonne werden. Einfaches, geregeltes Leben, beten, arbeiten, noch mehr beten, vielleicht irgendwann rausfinden, was das alles zu bedeuten hat. Sich um sonst nichts mehr Gedanken machen. Das einzige, was sie davon wirklich abhielt, war der Glaube an Gott, der bei der Autorin in der Form nicht vorhanden ist – deshalb auch die ganze Buddhismus-Sache, da hat man das Problem nicht. Wäre die Autorin jedoch aus irgendeinem dummen Zufall gläubige Katholikin, würde sie hier nicht sitzen, sondern zwischen den Steinmauern einer Klosterzelle und wäre vermutlich echt zufrieden mit allem. Was die Autorin jetzt noch abhält – es gibt ja schließlich auch buddhistische Klöster und so Scherze – ist das inzwischen geregelte Leben und der Liebste und die Tatsache, dass sie es mittlerweile auch so aushält, ohne Weltflucht. Aber an manchen Tagen, bei Betrachtung der Menschheit im Allgemeinen, ihrer Dummheit und zu was sie fähig ist, sowie ihrer Mitmenschen im Besonderen, beim Gedanken an die Zukunft, die sich gelegentlich so trübe und voll mit völlig sinnlosen Hinernissen darstellt, überfällt die Autorin dennoch das Bedürfnis, irgendwo Eremit zu werden, möglichst weit weg von der Spezies Mensch.
2) Die Autorin wurde von ihrem Vater laut seiner Aussage nach ihrer Geburt “der Mutter Erde geweiht”. Als er ihr das in ihrer Pubertät erzählt hat, ist sie ihm dafür mächtig an den Karren gefahren. Auch heute noch ist sie ziemlich unbegeistert von der Angelegenheit. Wenn die Eltern sich darauf einigen, ihr Kind erst mit seinem bewussten Einverständnis irgendeiner Gottheit oder Institution zu weihen, sollte man das auch einhalten und dann schließt das auch nächtliche Ackerbesuche ein. Sie wurde schließlich nicht geboren, um irgendwelche richtungslosen religiösen Gefühle ihres Vaters zu befriedigen, vor allem, da er sich auch sonst recht daneben benommen hat in dieser Zeit. Wenn schon taufen, dann richtig und in einer Konfession, die beiden Eltern (und möglichst auch dem Kind) genehm ist und dann auch mit Zeremonie und allem drum und dran, nachts im Feld herumstolpern und dem Mond eins erzählen gilt da nicht. Findet die Autorin. Neuheidnische Religions-Bricolagen sind sowieso peinlich, wenn keiner mitmacht.
3) Die Autorin ist gelegentlich ziemlich perfektionistisch, wird dann ein bisserl empfindlich und geht am meisten sich selbst auf die Nerven. Sie kann dann auch tagelang an irgendeiner Bemerkung knabbern, die irgendjemand aus irgendeinem dummen Grund gemacht und wahrscheinlich ganz anders gemeint hat. Das nennt man auch Hirnwichserei und die Autorin ist echt mal verdammt gut im hirnwichsen. Aber sie arbeitet an sich.
4) Die Autorin meditiert nicht, wie es sich für einen guten Buddhisten gehören würde, oft bzw. jeden Tag, sondern ziemlich selten, also fast nie. Eigentlich gar nicht. Woran das liegt? Da gibt es mehrere Möglichkeiten über Faulheit, Feigheit, keine Anleitung, kein Lehrer bis hin zu einem gelegentlichen ‘warum, zum Teufel?’. Welche davon wahr sein mag, liegt im Auge des Betrachters oder auch nicht. Aber wenn der einzige Moment um zu erwachen JETZT ist… muss man dann um diesen Moment herum meditieren? Naja, andererseits steht zum Beispiel der Dalai Lama jeden morgen um 3:30 Uhr auf und meditiert erstmal ein paar Stunden. Aber der ist ja auch vielleicht (hoffentlich) ein Sonderfall, so als reinkarnierter Buddha. Und vielleicht wird der weglose Weg nicht wegsamer, wenn man drüber meditiert. Oder eben doch. Egal, müßige Diskussion.
5) Die Autorin denkt, dass die Leute im Internet sich einfach mal benehmen sollten wie normale Menschen. Das heißt, auch in Weblogs und Foren höflich zu bleiben und seine Meinung zur Not auch scharf, aber ohne persönliche Beleidigungen und falsche Anschuldigungen zu formulieren. Man kann auch in der Anonymität und dem scheinbar regelfreien Raum des Webs so reden, wie man es im normalen Leben tut (wenn man Angst hat, in Echt eins auf die Schnauze zu kriegen wenn man rumpöbelt). Und die Autorin findet, dass man jedem Wesen ein Mindestmaß an Achtung und Respekt entgegenbringen muss. Punkt.
6) Die Autorin kriegt ausufernde Quietschanfälle beim Anblick von Babykatzen und anderem putzigen Kleingetier, da hilft nix mehr, da geht jegliche Artikulationsfähigkeit flöten.
7) Die Autorin kann inzwischen nur noch wenige Bücher und eigentlich gar keine Shadowrunromane (und teils andere Rollenspielfiktion) mehr lesen ohne dabei permanent zu denken: “Ich will das nicht lesen. Ich will sowas schreiben.” Das nervt zum einen sie selbst sehr und zum anderen ist daraus bisher noch nichts Brauchbares geworden, die Gründe korrelieren vermutlich teilweise bis ganz mit denen schon einmal unter Wahrheit 4) aufgeführten. Das kratzt irgendwann ganz stark am eigenen Stolz, was auch nicht hilft. Unsicherheit und Selbstzweifel nehmen zu… ein Teufelskreis. Aber auch da arbeitet sie an sich.
8 ) Im Halbschlaf gibt die Autorin gibt die Autorin oft und gerne unglaublich dummes Zeug von sich, und unvorteilhafterweise hat sie dazu auch einen Bettgenossen, der diese Äußerungen fröhlich dokumentiert. Wenn die Autorin also gerade aus einem Traum aufwacht und noch nicht in der Realität angekommen ist, stellt sie zum Beispiel Fragen, die nicht mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen sind – “Wo ist denn das Buch, das ich gekauft habe?” – oder macht anderweitig abgedriftete Bemerkungen: “Das war nicht ich, das war der Große Cthulhu.” oder: “Selbst schuld, wenn du Dosenstechen machst!” oder: “Es wird geschwitzt oder gefroren, wir sind schließlich im Krieg!” Sehr zur Irritation oder Belustigung der Außenwelt.
So, das waren jetzt acht Wahrheiten. Endlich.
Da die interessantesten Leute dieses Stöckchen schon ausgefüllt haben (vom wortteufel kommt’s, der Wolf hat’s schon gefangen) bzw. die Autorin bei ihren anderen interessanten Leuten nicht sicher ist, ob sie überhaupt Stöcke haben wollen (oder sie haben einfach kein blog), bleibt es einfach mal unschuldig hier liegen, um vielleicht in der Zukunft wieder aufgenommen und weitergereicht zu werden und damit es sich ein jeder nehmen kann, der es mag (wenn er zugeben möchte, dass er es von hier hat). Bitte bedient euch!
About this entry
You’re currently reading “8 Wahrheiten (mit gebügelte Huhnerbrust und lang Korn-Wildreis, scharf!),” an entry on …orestias – tales from the mountains…
- Published:
- Mittwoch, 11. Juli 2007 / 1:17
- Category:
- Leere Redundanz - Persönliches
- Tags:
Schwanke zwischen Halbschlafgemurmel und Tierbaby-Quietschen, weil gut bekannt…
da muss das gelegentlich mal gesagt werden.)
6 Comments
Jump to comment form | comments rss [?] | trackback uri [?]