Beweis: Goth ist Stilepoche!

Phrixus risörtscht gerade für ihre Seminararbeit “Goth Subculture and Religiousness” (Arbeitstitel). Durchforstet also den OPAC - den Online-Bibliothekskatalog - und findet sogar zwei, ganze zwei Bücher über die schnuckeligste aller Subkuluren. Gut, beide etwas veraltet, nicht nur gute Kritik aus der Szene bekommen, aber immerhin. Zum einen in der Bibliothek Religionswissenschaft, da gibt es “Das Gothic- und Darkwave-Lexikon” (Ja, das ist gut! Genau wie wir das haben wollen!, denkt sich Phrixus voller Freude, das soll ja das Thema der Arbeit sein.). Dann findet Phrixus Nummer Zwei: “Grufties: Jugendkultur in Schwarz“.

So ein Buch - wir wiederholen den Titel: “Grufties: Jugendkultur in Schwarz” - wo würden Sie das erwarten, verehrte Leserschaft? Vielleicht bei den Kulturwissenschaften, in der Soziologie eventuell, mit etwas Fantasie sogar in der Ethnologie und Völkerkunde, oder eben, wie das andere, in der Religionswissenschaft? Nein, viel besser!

Das schöne Werk - wir wiederholen den Titel: “Grufties: Jugendkultur in Schwarz” - findet sich im “Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart”!

Wenn das mal nicht epochal ist!

Nun sind wir nicht nur Subkultur, Okkultisten, Religionsgemeinschaft oder Satanisten - nein, wir sind Kirchenbauer. Wie schön.

Oder hat da jemand im Wahn “Gruftie” für ein neumodisches Synonym für Gotik gehalten? Wer weiß.

Demnächst schafft sich vermutlich die Fachbereichsbibliothek für Alte Geschichte das Buch “Goth: Identity, Style and Subculture” an - es gab da doch mal einen Volksstamm, der hieß so ähnlich…?


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