Zu Elvis habe ich lange Zeit sehr gut gefrühstückt.
Diesen schönen Satz verdanke ich meiner lieben Freundin „Ich bin die Prinzessin, ich bin nämlich krank“-Sommersturm, die momentan von einer schlimmen Infektion geplagt sich bedienen ließ – zu recht, selbstverständlich. Wer krank ist, ist die Prinzessin. Noch einmal gute Besserung, meine liebste Phobien-und-Neurosen-Zwillingsschwester. Denn ja, es ist erleichternd, wenn man jemanden findet, der die eigenen Panikattacken und komischen Verhaltensweisen nachvollziehen kann und selbst auch aufweist.
Das bringt mich gleich zu ganz anderen Sorten von Freundschaft. Was macht man, wenn man anfängt, eine befreundete Person scheiße zu finden? Weil die Person früher mal sehr nett war, aber in letzter Zeit einfach unerträglich wird? Was tun? Man trifft sich nicht mehr so gerne, und man regt sich viel auf, aber man hat die Hoffnung, dass sich irgendwann alles wieder zum Guten wendet, wenn diese Freundin/dieser Freund einfach endlich mal ihr/sein Leben auf die Kette kriegt. Vielleicht eine vergebliche Hoffnung, und eigentlich hat man den Drang sich Urlaub zu nehmen von dieser Person. Oder mal laut zu brüllen: „Komm endlich ma klar, du Dappes! Wo ist eigentlich dein Problem?“ Tja, und im Endeffekt kann man nichts sinnvolles tun. Schließlich kann man nicht das Leben für einen anderen regeln, man kann seine tief vergrabenen Probleme nicht lösen, man kann ihm meistens auch nicht klar machen, dass er ein verdammtes Problem hat, und zwar in erster Linie mit sich selbst. Es gibt keine konkreten Kritikpunkte und nichts, was man sagen kann, ohne den anderen garantiert gegen sich aufzubringen. Also sitzt man halt still und hofft, dass der oder die andere endlich die Kurve kriegt und sich irgendwann wieder wohl fühlt im eigenen Leben. Und man ist gezwungen, sich das alles anzusehen, kommentarlos (zumindest bis sich die Person einen echten Schnitzer leistet und weil sie wirklich, wirklich keinen Rat annehmen möchte), und immer den immer stärker werdenden Drang, zu schreien, zu schlagen oder sich zu erbrechen, zu unterdrücken. Man hofft ja für den anderen. Und man hofft für sich selbst, dass man nicht resigniert, bevor der andere endlich wieder zu sich selbst gefunden hat. Und die ganze Zeit kämpft man dann auch noch mit dem Gefühl, ein Scheißfreund zu sein, weil man den Kopf des anderen am liebsten in eine Wand rammen möchte wenn er/sie auch nur den Mund aufmacht.
Aber mal ganz was anderes: Was habt ihr eigentlich so zu Weihnachten bekommen? Mein Highlight ist mein neuer Mixer. Ja, ein Mixer, im Sinne von Rührgerät. Bevor jetzt jemand lästert, so ein Ding habe ich mir gewünscht. Küchentechnisch bin ich nämlich extrem mies ausgestattet. Und meine Erwartungen wurden übertroffen: Das Teil hat Rührbesen, Knethaken und einen Pürierstab! Jahaaaa, da staunt ihr! Küche, ich werde kommen, sehen und kochen, backen, braten! Endlich. Es ist kaum zu glauben, dass einem so ein Ding wirklich fehlen kann. Ich rechne zumindest nicht damit, denn ich bin kein sehr Hobbykoch-gepolter Mensch. Aber zu manchen Festen Küchengeräte zu bekommen, ist nur dann scheiße, wenn sie unromantisch und ungewünscht von Freund oder Ehemann eintreffen. Aber von der Mama ist das immer was Gutes, die sucht dann schließlich auch das praktischste und beste Gerät aus. Zu irgendeinem Geburtstag habe ich mal überraschend eine Mikrowelle bekommen. Damals war ich nicht sooooo begeistert, aber Leute, ich sach euch, inzwischen bin ich fast jeden Tag dankbar für dieses äußerst komfortable Ding. „Narziß und Goldmund“, „Tintentod“, „Dracula“ als Hörbuch und ein Set hochwertige Kosmetik erweitern die Bescherung um noch einen weiteren Wohlfühlfaktor, die kuscheligen Wollsocken habe ich mir selbst gegönnt. Und bei euch so? Ich bin da ja neugierig. Die Wünsche eines Menschen sagen viel über ihn aus, genau so, worüber er sich freut und was er so geschenkt bekommt (auch wenn das manchmal mehr über die Verwandten sagt).
Heute nacht habe ich geträumt, das Piercing in meiner Nase wäre rausgegangen. Ich habe mich die ganze Zeit damit beschäftigt, es wieder reinzuzwirbeln, was einfach nicht gelingen wollte. Das war’s. Was sagt uns das? Verschiedene Möglichkeiten tun sich auf:
a) Ich war im Schlaf so gelangweilt, dass mir mein Hirn einen Traum fabrizierte, in dem ich mich halt irgendwie beschäftige. Piercing in die Nase pfriemeln ist schon ein Geduldsspiel.
b) Mein Piercing hing irgendwo fest und ich habe einen Traum draus gepanscht.
c) Ich bin unbewusst besessen von der Angst, mein Piercing könnte mir abhanden kommen oder irgendwas an meinem Körper könnte nicht stimmen.
d) Es war einfach ein verdammt langweiliger Traum.
Andere Ideen?
In diesem Sinne wünsche ich der Belegschaft einen guten Morgen, ich gehe jetzt schlafen.
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- Veröffentlicht:
- Samstag, 29. Dezember 2007 / 7:19
- Kategorie:
- The mind is its own place - Gedanken
- Schlagworte:
- Freundschaft, Gedanken, Handrührgeräte, Phobien, Piercing, Sommersturm, Träume
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