Zwischenmenschlich ist halt scheiße
Manchmal hasse ich es, Menschen zu kennen, die andere Menschen kennen, die ich auch kenne.
Klingt erstmal doof.
Ist aber Grund für die meisten emotionalen Belastungen im zwischenmenschlichen Bereich.
Einige Beispiele (mehr oder weniger hypothetisch, aber wahrscheinlich den meisten bekannt):
Jemand, den ich kenne und schätze, ist gut befreundet mit jemandem, den ich weniger schätze. Daraus resultiert emotionales Ungleichgewicht, weil ein Mensch mich genauso viel mag, wie einen Menschen, den ich nicht mag und dem ich deshalb in keiner Weise gleichen will. Mein Selbstbild kommt ins wanken und ich verteidige es durch Aggression.
Jemand, den ich kenne und schätze, ist mit jemandem befreundet, den ich ebenfalls kenne und schätze. Klingt erstmal gut, aber es schleicht sich der Verdacht und später die Gewissheit auf, dass sich die beiden doch sehr gut verstehen. Vielleicht besser als mit mir. Daraus resultiert emotionales Ungleichgewicht, da ich mich von beiden herabgesetzt fühle.
Jemand, den ich kenne und schätze, kann eine dritte Person, die ich ebenfalls kenne und schätze, nicht ausstehen. Daraus resultiert emotionales Ungleichgewicht, da ich mich in einer Konfliktsituation befinde. Ich will mit beiden befreundet bleiben, ich möchte, dass sich keiner der beiden ungerecht behandelt, zurückgesetzt oder vernachlässigt fühlt. Ein ständiger Drahtseilakt.
Das dürften die drei wichtigsten Konstellationen sein, die das zwischenmenschliche Leben so schwierig machen. Wohl dem, der sich nicht in einer der drei obigen Situationen befindet! Was also tun? ich habe keine Patentlösung. Meditieren oder auf andere Weise die eigene Mitte finden, den eigenen Selbstwert nicht von anderen abhängig machen, in sich ruhen, blablabla – der ganze Kram, der auch bei allen anderen Konfliktsituationen hilft, natürlich. Das wissen wir alle, nehme ich an.
Die Umsetzung, die ständige Übung und Belastung im Alltag, das macht die ganze Sache so schwierig. Aber wir arbeiten ja alle an uns, nicht wahr?
Ich wollt’s ja nur mal gesagt haben. Mich belastet das alles von Zeit zu Zeit. Wie extrem, sag ich lieber nicht. Meine momentane Überlegung ist, einfach auszuwandern. Ob in den Weltraum, in die Einöde oder einfach in ein Kloster, das steht noch nicht fest. Aber es ist eine Lösung, über die ich gelegentlich nachdenke, und die ich immer im Hinterkopf habe, um sie irgendwann umzusetzen, wenn es mir einfach zu blöd hier wird. Tja, Leben bedeutet Leiden, liebe Freunde der seichten Unterhaltung. Das ist nicht schön, deshalb arbeiten wir dran. Die Idee mit dem Kloster steht für mich jedenfalls als Ausweg, bevor ich irgendwann in die Klapse muss. Aber momentan will ich nicht so leicht das Handtuch werfen, sondern halte durch und übe mich in Gelassenheit. Betonung liegt hier auf ‘üben’, denn besonders gut bin ich darin wirklich nicht. Aber der Dalai Lama oder so jemand hat dazu bestimmt mal was Schlaues gesagt, wenn ich da was finde, schreibe ich es hier nieder.
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- Veröffentlicht:
- Samstag, 19. Januar 2008 / 23:32
- Kategorie:
- Knock on the sky - Buddhistisches
- Schlagworte:
- Ach fick dich, Buddhismus, Zwischenmenschliches
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