Mir träumte…

… ich wohnte in einem Zoo. Es war ein angenehmer Zoo, eher so eine Art nette Vorstadtsiedlung-Zoo, der nur aus einzelnen Häusern bestand. In einem davon wohnte ich mit meiner lieben Freundin madita, die aber nur kurz vorkam. Eine weitere Annehmlichkeit war der verlassen daliegende Buchladen, in welchem ich mitnehmen konnte, was ich wollte. Eine Neuerung, was meine Träume angeht, denn sonst suche ich immer hektisch etwas in einer Bibliothek, meist fälschlicherweise in der Kinder- und Jugendbuchabteilung, wo ich es nicht finden kann und stehe plötzlich in der Abteilung für Geografie (ich weiß wirklich nicht warum und auch im Traum interessieren mit die ganzen Bildbände über den Amazonas oder so nicht im Geringsten) – oder aber ich bin in einer Buchhandlung, entdecke lauter Bücher, die ich gerne haben möchte, habe aber nicht genügend Geld oder kann die Kasse nicht finden, also fast wie im echten Leben.

Nun ja, zurück zum Zoo. Nachdem ich im Buchladen war, machte ich mich auf zu meiner neuen Behausung, ein schöner Altbau, in dem ich in einer WG leben sollte. Vielleicht war ich auch nur zu Besuch, ich weiß es nicht ganz genau. Aber als ich dort war und mit der Mitbewohnerin (die eine totale Zicke war) am Tisch saß, war das Ganze plötzlich das Wave Gotik Treffen (da passt der Altbau im Rückblick sehr gut rein, sah es sah wirklich aus wie in Leipzig). Ich war umgeben von schwarz gekleideten Gestalten und amüsierte mich ziemlich gut, bis auf die Tatsache, dass es immer noch ein Zoo war.

Das war gestern. Heute erwachte ich und hatte mir eine Art Fortsetzung erträumt.

Auf dem Wave Gotik Treffen 2009 saß ich in einer Art französischem Café an einem langen Tisch. Links von mir, am Kopfende, saß Anne in einem schönen schwarzen Spitzenkleid, mit extravagantem Kopfschmuck und ihrem Schirm aus schwarzer Spitze. Mir gegenüber saß irgendwer, rechts von mir – ein wenig entfernt – saß Jasmin und ich vermutete Johannes auch irgendwo in der Gegend, ebenso den Phrixusmann. Ich bitte, diese Konstallation bei den nun folgenden Ereignissen im Hinterkopf zu behalten.

Anne hatte die ulkige Idee, die anderen Gäste des Cafés zu erschrecken. Also ließ sie ein ferngesteuertes kleines Fahrrad mitten in die Goths, die zwischen den Tischen und an der Bar standen, rasen. Die Fernbedienung für das kleine Ding, das da zischend in die Menge fuhr, hatte sie geschickt in ihrem gefalteten Schirm verborgen. Kaum war das kleine Fahrrad aber verschwunden, kam wutentbrannt eine gutaussehende junge Frau mit langen blonden Haaren im kurzen schwarzen Kleidchen auf uns zu gestapft – es handelte sich um Anne, die sofort anfing, uns anzukeifen, was das denn solle. Es sei auch so schon sauschwierig, mal eine dreiviertelvolle Flasche Rotwein auf dem Boden abzustellen und sich mit seinen Freunden zu unterhalten, da müsse es echt nicht sein, dass jemand irgendwelche kindischen Streiche spielt und die Leute erschreckt. Ich hatte den Eindruck, sie sei sogar die Besitzerin des Cafés und schämte mich gehörig, obwohl ich ja gar nichts gemacht hatte, und war sehr bemüht, so zu tun, als wüsste ich gar nicht, wovon sie redet. Dabei blickte ich die Anne im langen schwarzen Kleid am Kopfende vielsagend an, die unterdessen versuchte, ihren Schirm zu verstecken. Die Anne im kurzen Kleid unterhielt sich dann noch ein bisschen mit Jasmin und mit einem Mal fuhr der Tisch hinaus ins Sonnenlicht, verwandelte sich in einen rustikalen Biertisch und wir saßen mitten im bunten – ähm, schwarzen WGT-Treiben.

Um mich herum saßen lauter nette Menschen, die ich gerade erst kennengelernt hatte. Ich sah mich um und beäugte von fern die Stände, dabei betrauernd, dass ich ja momentan nur noch 30 Euro auf dem Konto hatte, die den Rest des Monats noch reichen sollten. Einer der netten Menschen am Tisch erklärte mit daraufhin, dass ich ja zumindest im April mein erstes Gehalt bekommen würde. Ja, aber doch erst Ende April, korrigierte ich ihn. Da hätte ich ja jetzt nichts davon. Ich könne mir ja jetzt nicht einmal ein Bier kaufen. Während ich das sagte, fiel mir auf, dass ja noch Fastenzeit bis Ostern sein würde und ich überhaupt kein Bier trinken könnte. Aber… Das Wave Gotik Treffen ohne Geld, ohne Bier?! DA! Mir begann, etwas seltsam vorzukommen. Ich sollte doch beim WGT schon mein zweites Gehalt bekommen haben. Es war erst Ende März? Das WGT war vorverlegt worden? Es sollte doch erst Ende Mai stattfinden, zumindest hatte ich das geglaubt. Aber da hatte ich wohl falsch gelegen, wie mir die Verwirrung meiner Mitmenschen über meine Verwirrung bestätigte. VERDAMMT! Über den Schrecken wachte ich auf und nachdem ich mich durch gründliches Nachdenken versichert hatte, dass das WGT tatsächlich erst in zwei Monaten stattfinden würde und sich bis dahin ein – in meinen Augen – kleines Vermögen auf meinem Konto befinden sollte, widmete ich mich beruhigt wichtigeren Gedanken: Ob ich wohl das WGT-Programmbuch und meinen Taschenkalender zugleich in meiner stylischen BW-Kampftasche (Komma Klein Komma Schwarz), wie sie jeder modebewusste Goth besitzt, unterbringen könnte. Und mein Notizbuch. Ein Ding der Unmöglichkeit, aber mir würde schon etwas einfallen… drei Bücher, kein Problem. Das passt. Der Rest auch. Soll ich eigentlich meinen unauffälligen dunkelblauen Koffer mitnehmen oder doch den dunkelrosa Rucksack mit dem Hawaii-Muster? Was wäre wohl cooler?  Über diese Gedanken döste ich selig wieder ein.

HELFT PHRIXUS!!!


About this entry