Persönliches – Lieber Ingolf
ich weiß ja nicht woher oder von wem du meine Adresse hast – die einfachste Möglichkeit dieser Tage ist ja Google, deshalb ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie von hier ist. Ich antworte dir mangels deiner Adresse also hier, das World Wide Web ist ja wie ein großes Meer in dem jede Nachricht auf ewig rumdümpelt, also gibt es eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass du das hier irgendwann liest.
Ich wollte dir nur kurz sagen, dass dein Brief angekommen ist und dir dafür danken. Immerhin hattest du, anders als andere, den Anstand, mich einige Jahre nicht zu belästigen. Deine Wortwahl klingt, als würdest du weit weg ziehen – du hättest mir ruhig ungefähr sagen können wohin, dann weiß ich, wo ich keinen Urlaub mache. Im Ernst, ich hätte dir schon nicht die Psychobeziehungspolizei auf den Hals gehetzt. Lebwohl und Loslassen kingt nach einer längeren Strecke, klingt vielleicht sogar nach Auswandern. Ich wünsche dir alles Gute, egal wo es hingeht – vielleicht je weiter, desto besser, denn wir wissen ja, dass räumlicher wie auch zeitlicher Abstand einen wunderbaren Weichzeichner über alles Vergangene legt und alles Schlechte wegretuschiert. Sollte ich damit falsch liegen und du bist gar nicht so weit weg, was soll’s. Es ist auch eigentlich nicht wichtig.
Ich trage dir inzwischen nichts mehr nach, was vergangen ist, ist vergangen, Gutes wie Schlechtes. Ich danke dir ebenfalls für die Zeit und die Erfahrungen, die ich machen durfte und musste. Ich wünsche dir von Herzen, dass du glücklich bist – und da ich mich nur an am Schluss deines Brief orientieren kann, wünsche ich dir ebenfalls Lebewohl.
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- Montag, 21. September 2009 / 1:20
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