Transmediale Überforderung
Nachdem die Magisterarbeit abgegeben ist, die schriftliche Prüfung hinter mir liegt, und ich zweieinhalb von drei Terminen für die noch ausstehenden mündlichen Prüfungen vereinbaren konnte, bricht über mich die gesamte Müdigkeit, Aufgekratztheit und allgemeine Überforderung der letzten Wochen herein. Ich habe mir eine Woche quasi freigenommen, die ist auch schon fast rum, ich habe bereits einen Teil der nötigen Bücher in der Bibliothek bestellt und lebe mit der Aussicht, noch bis Mitte Januar lernen, lernen, lernen zu müssen – dennoch besteht keine akute Notwendigkeit, mich mit irgendwelchem Online-Scheiß abzulenken, also pendele ich geistig permanent zwischen überbordender Phantasie und totaler Apathie. Ich zwinge mich nun dazu, diesen Sachverhalt darzulegen, damit ich wenigstens mal wieder irgendwas hier geschrieben habe. Es gäbe ja so viel Material, so viele Ideen – aber für die meisten davon müsste ich aufstehen und irgendwelche Notizen holen. Das kann man nun wirklich nicht von mir verlangen.
Ausstehende Artikel und Projekte sind also:
Was Phrixus in sechs Monaten vollbracht hat während sie eigentlich die Magisterarbeit schreiben wollte.Neue Suchbegriffe, oder Emma Watson ist nackter denn je.
Zitate, die beinahe das Eingangszitat meiner Magisterarbeit geworden wären.
Themen, über die ich mich gern mündlich prüfen ließe, allerdings der universitären Grundlage entbehren, oder 100 Dinge über die ich jetzt lieber reden würde!
Als ich einmal ein Lehrbuch der allgemeinen Botanik war und andere Geschichten.
Mehr Disziplin für Phrixus – mehrere lange geplante monatliche Artikel zu festgelegten Themen.
Die Kategorien wollte ich auch schon lange mal überarbeiten. Pläne, Pläne, Pläne. Jedoch, lange aufgeschobene weil temporär unwichtige Beschäftigungen fordern jetzt Aufmerksamkeit: Körperhygiene, Haushalt, Wäsche, Nahrungsaufnahme. Ich muss putzen, Geburtstagsgeschenke kaufen, Menschen informieren, dass ich sie noch kenne. Und dann geht der ganze Zirkus wieder los, inklusive Jobsuche. Mei, wird das ein Spaß! Ach, noch ein ausstehender Artikel: Lustiges Beruferaten von, mit und für Phrixus. Habe mir jetzt schon die Termine für Arbeitsamt-Workshops eingetragen: „Studium beendet – Start in den Beruf!?“ Ja, das steht auch in der Broschüre mit Ausrufezeichen und Fragezeichen. Andere Berufsratgeber informieren mich darüber, dass der perfekte Zeitpunkt für engültige Gedanken über Berufswünsche und-perspektiven das vierte und fünfte Semester ist. Hoppla! Knapp verpasst, so um drei Jahre. Find ich komischerweise nicht so tragisch, aber vermutlich habe ich nur wieder mal zu viel Fight Club gesehen.
Ach, egal. Ich geh jetzt erstmal schlafen und bringe dann bei Gelegenheit Ordnung in meine Gehirn-Inneneinrichtung. Dann läuft hier auch wieder was. Es summt schon in meinem Kopf, noch blockieren die Bienchen sich gegenseitig in der Drehtür, aber nur allzu bald wird meine Pfeife ein bisschen Disziplin in den Haufen bringen! Dann kommen die Worte und Gedanken brav nacheinander und ich werde wieder unaufhaltsam sein. Organisationstalent und kreatives Genie werden Hand in Hand gehen! Papierkram, ich komme!

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- Published:
- Freitag, 23. Oktober 2009 / 4:06
- Tags:
- Chaos
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