Die Wanderhuren-Saga

Dies sind einige Vorschläge zu weiteren Filmen über die Wanderhure mit Alexandra Neldel, der neuen Veronica Ferres, erarbeitet mit Frau Okoppott und dem Phrixusmann während unsere Babys fröhlich in allen Regenbogenfarben auf den Boden kotzten.

Krieg der Wanderhuren

Die Wanderhure schlägt zurück

Die Rückkehr der Wanderhure

Und dazu die Prequels:

Eine dunkle Wanderhure

Die Wanderhuren-Kriege

Die Rache der Wanderhuren

Des Weiteren:

Der Herr der Wanderhuren – Die Gefährten der Wanderhure

Der Herr der Wanderhuren – Die zwei Wanderhuren

Der Herr der Wanderhuren – Die Rückkehr der Wanderhure

Und natürlich das Prequel:

Die kleine Wanderhure

(Mit dem schönen Intro: “In einem Loch im Boden, da lebte eine Wanderhure…”)

Noch mehr:

Jäger der verlorenen Wanderhure

Der Tempel der Wanderhure

Die letzte Wanderhure

Oder auch:

Die Wanderhure – Der Film

Der Zorn der Wanderhure

Auf der Suche nach der Wanderhure

Jetzt wird’s etwas abstruser:

Zurück in die Wanderhure (?)

Am Rande der Wanderhure (??)

Die unentdeckte Wanderhure (??)

Aber dann gibt es die Chance auf einen Film mit Alexandra Neldel UND Veronica Ferres in den Hauptrollen:

Wanderhuren – Treffen der Generationen

Und es hört nicht auf, jetzt kommen Einzeltitel:

101 Wanderhuren

Meine Wanderhure, ihr Vater und ich

Im Dutzend billiger (hähähä!)

Wanderhure aus Leidenschaft

Interview mit einer Wanderhure

Die Wanderhure – Aufstieg des Bösen

Wanderhuren der Karibik

Wanderhuren am Rande des Nervenzusammenbruchs

Coffee and Wanderhuren

Die fabelhafte Welt der Wanderhure

Meine dicke fette griechische Wanderhure

Wanderhure zum Frühstück

Zwei glorreiche Wanderhuren

Passwort: Wanderhure

Und einige Reality-Serien, die Pro7/Sat1 bestimmt gern umsetzen:

Germany’s Next Wanderhure

The Wanderhure of Germany

Ich bin eine Wanderhure, holt mich hier heraus!

So – das sollte doch eigentlich genug Material für das nächste Jahr sein, Alexandra Neldel dreht das bestimmt auch gern in ein paar Wochen runter. Nichts zu danken!

Tiere essen

Liebe Leserschaft,

heute ist Weltvegetariertag.

Wer es noch nicht weiß: Ich bin Vegetarierin. Aus Gründen.

Und den heutigen Tag möchte ich nutzen, um euch mal ins Essen zu reden, was ich normalerweise nicht tue. Ich verlange von niemandem, generell kein Fleisch mehr zu essen. Aber ich verlange von jedem Menschen, von jedem von euch, genauer: von dir, dass du ethisch handelst. Dass du dich informierst und dann eine informierte und ethisch vertretbare Entscheidung triffst. Kein “Mir doch egal”, kein “Na und, ich kann doch damit leben”, sondern ethisch vertretbar gegenüber der gesamten Menschheit, und vertretbar gegenüber deinem eigenen zukünftigen Ich, das ebenso wie wir alle die Folgen deines jetzigen Handelns tragen wird.

Kein Weggucken jetzt, kein “Es schmeckt doch gut, egal wo es herkommt”, kein Sich-nicht-verantwortlich-fühlen, kein “Welchen Unterschied macht denn meine Haltung?” Du bist verantwortlich, also triff eine Entscheidung, wie du weiterhin mit Tieren und ihrem Fleisch umgehen willst. Es gibt nicht nur eine akzeptable Lösung. Aber wie auch immer deine Entscheidung aussieht, ich will, dass du sie ethisch begründen und rechtfertigen kannst.

Es geht dabei selbstverständlich nicht nur um Tiere, sondern generell um dein Konsumverhalten, um das, was du kaufst und isst.

Empfohlener Einstieg: Ein Buch voller Geschichten, die sich die Menschen gegenseitig übers Essen erzählen und der Geschichte, die Jonathan Safran Foer (bekannt für “Alles ist erleuchtet”) seinen Kindern stattdessen lieber erzählen will. Was ist Fleisch? Wo kommt es her? Ist es wichtig, wie wir Tiere behandeln?

Wenn Sie mich also fragen, ob ich das Töten von Tieren falsch oder richtig finde, wüsste ich nicht mal genau, was antworten. Was ich aber genau weiß, ist, dass es falsch ist, was wir derzeit machen. Dass es für die Umwelt schlimm ist und für die Tiere. Dazu braucht man kein Experte zu sein, kein Tierarzt oder Philosoph oder Theologe. (auf zeit.de)

(Hier ein langes, ganz hervorragendes und hier ein kurzes Interview mit dem Autor.)

Jonathan Safran Foer: Tiere essen

So viel erstmal dazu, und guten Appetit wünscht
eure Phrixus

Frauen waren ja schon immer zu blöd.

Stichwort Sexismus in den Medien.

“Bilder aufhängen konnten wir immer schon, dafür brauchen wir keinen Mann – na gut, wenn man die Bilder abnimmt, findet man dahinter drei schief eingeschlagene Nägel. Doch jetzt gibt es etwas, womit wir garantiert auf Anhieb gerade Bilder aufhängen.”

Oder so ähnlich. Ich habe diesen schönen Monolog gleich nach der Sendung notiert, deshalb dürfte meine Niederschrift schon ziemlich nah am Originalwortlaut sein. Lasst die Worte kurz auf euch wirken.
Liebes RTL Punkt 12-Team, wer sind denn “wir”? Dumme Menschen? Handwerklich benachteiligte Mitbürger? Wie bitte?! Frauen? Danke, aber ich verwehre mich dagegen, dass ihr mit diesem “wir” tatsächlich “uns Frauen” meint. Ja, ich habe mitbekommen, dass die Tussi im Beitrag später genau das nochmal sagt (dankeschön), aber hallo? Wann leben wir, in den Fünfzigern? Ich werde jetzt hier keine weitere Erklärung, warum das sexistischer Schwachsinn ist oder eine Rechtfertigung weiblicher Fähigkeiten niederschreiben – dazu muss ich mich nicht herablassen, das sollte man heutzutage wissen, finde ich oder kann es auf einfachste Weise dank neuer und alter Medien herausfinden. Insofern ist dieser rückständige Beitrag eine Beleidigung für Frauen, Männer, alle anderen und in erster Linie für RTL selbst. Es brauchte nicht noch einen Beitrag wie diesen, um RTL als Deppensender zu entlarven (ich hätte es schon wissen müssen, bevor ich die Fernbedienung benutzte), aber danke für die Erinnerung.

Mein Tip: einfach mal das Gehirn zum Denken zu benutzen, dann passiert einem so eine Scheiße normalerweise nicht.

50er Jahre in neuer Verpackung braucht niemand und es ist ziemlich arm, dass man nur den Fernseher anstellen muss, um im Grunde genommen genau das hier in bunt zu sehen.

Oh, die Parallelen fallen nicht genug auf? Dann schaut doch nur mal einen Werbeblock unter diesem Gesichtspunkt:

Q.E.D. – Es bleibt viel zu tun und viel zu bewegen.

Meine Lieblingslinks dazu (mehr findet ihr auf den Seiten):
Mädchenmannschaft
Missy Magazine

Herzlichst,
Phrixus (angekotzt)

P.S.: Falls jemandem gerade nicht einfällt, wie man “Sexismus” in der Wikipedia sucht, übernehme ich das gern. Hier die Hauptdefinitionen:

Heute stehen verschiedene Definitionen von Sexismus nebeneinander.
So wird in der Psychologie Sexismus über „stereotype Merkmalszuschreibungen“ definiert. Auf dieser interpersonellen Ebene werden auch diskriminierende Rollenzuschreibungen gegenüber Männern berücksichtigt.[1]
In der soziologischen Forschung wird hingegen mehr der strukturelle Aspekt des Sexismus betont. Hier heißt es, dass Sexismus kulturell bedingt, institutionell verankert und individuell verinnerlicht sei. Es sei ein weitergetragenes Denken, Glauben, Meinen und ein Handeln als gesellschaftliche Praxis, welches Männer privilegiere und Frauen unterwerfe. Hierdurch werde das Tun von Frauen abgewertet und Frauen und Männer würden auf bestimmte Rollen festgeschrieben. Dieser Ansatz betont die Mechanismen eines diskriminierenden Gesellschaftssystems, hier des Patriarchats, und untersucht zugleich die Verschränkungen von Sexismus mit anderen Kritikansätzen an Herrschaft einiger wie dem Rassismus, Klassismus, Altersdiskriminierung, (englisch: “ageism”) Behindertenfeindlichkeit oder Speziesismus[2]
Im postfeministischen Diskurs wird Sexismus sehr viel weitgehender definiert. Hier wird es als Sexismus betrachtet, von anderen zu erwarten oder zu verlangen, dass sie Geschlechternormen verkörpern. Verwandt mit diesem Ansatz sind die Diskussionen um die heterosexistische Diskriminierung von Schwulen, Lesben und Menschen, die nicht ins gängige Geschlechterkonzept passen.[3]

Quelle: Wikipedia, 14.09.2010. Links und Fußnoten bitte ich dort nachzuschlagen.

Funny pictures history - Sabrina Is One Hell Of A Saleswoman
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Alternativen zum Selbstmord 05/10: “Ich muss noch abnehmen!”

Die Grufti-Kolumne IV

Liebe Liebenden,

um erstmal auf mehrere Nachfragen zu antworten: Ja, Geek Girl Weeks ist noch! Wer also etwas dazu beisteuert will, sei weiterhin herzlichst eingeladen. Wer nur passiv auf Beglückung warten möchte, der muss sich wohl noch eine kleine Weile gedulden, denn zuallererst steigt eines der jährlichen Highlights im Leben eurer untertänigsten Autorin:

Das WAVE GOTIK TREFFEN 2010

Was hat nun diese exquisite Veranstaltung dunkler Schönheit mit der Überschrift der diesmonatigen Ausgabe zu tun?

Tja. Das war bzw. ist die interessante Überschrift des eine zeitlang aktivsten Threads in einem einschlägigen Forum, nämlich der meinVZ/studiVZ-Gruppe ‘Wave Gotik Treffen’: “entspurt… weg mit den kilos bis zum WGT” (sic).

Ja, die Schwarze Szene ist sehr auf Äußerlichkeiten bedacht. Wie extrem, das ändert sich danach, welche Subkulturen man als der “Schwarzen Szene” zugehörig betrachtet. Ich behaupte mal, für das Thema WGT kann man Metaller außen vor lassen – die haben mit Wacken ihr eigenes Süppchen, wo angeblich die meisten Frauen “schäbig” aussehen. Wurde mir allerdings von nicht-objektiven Quellen zugetragen. Und der Rest der Schwarzen Szene… ja, da sehen die meisten schon scharf aus, Männlein wie Weiblein wie weitere Geschlechter, und wer nicht scharf aussieht, der würde gerne.

Aber mal ehrlich, wenige Wochen vor dem WGT noch Diät machen?! Sich nochmal schön drei bis fünf Kilo runterhungern, damit man über Pfingsten “schön” ist?

Leute. Ich will das eigentlich gar nicht großartig kommentieren, so bescheuert finde ich das. Auch ich hab mich gefragt, ob ich noch abnehmen soll. Und dann habe ich mal meine Sachen anprobiert. Mich fast selbst geohrfeigt. Und beschlossen, die passen noch fast alle. Und wenn ich mir auf dem WGT was neues kaufen sollte, dann doch bitte mit meinem Normalgewicht, es bringt mir nämlich nichts, Geld rauszuschmeißen für etwas, das mir an vier Tagen im Jahr mal gepasst hat. Und, liebes schwarzes Volk, wenn die Sachen von letztem Jahr nicht mehr passen, dann sollte man entweder neue kaufen oder seinen Lebensstil und Ernährungsplan überdenken, statt sich für Äußerlichkeiten und Ähnliches die Gesundheit zu ruinieren, indem man sich jedes Jahr überstürzt eine Bikinifigur, oder in diesem Falle eine WGT-Figur anhungert. Wer regelmäßig, immer wieder, Diäten macht, ist nicht zu fett sondern hat ein anderes Problem.

Und, meine Lieben, wofür?

Dafür, dass ihr vier Tage lang “schön” seid.

Trugschluss eins: “Dünn” und “schön” sind keine austauschbaren Begriffe. Wenn ihr dermaßen auf die Medienmaschinerie reinfallt, verdient ihr nicht, ein Hirn euer eigen zu nennen. Wenn ihr dermaßen auf gesellschaftlichen Druck reinfallt,  verdient ihr eigentlich noch nicht mal, euch Gruftis zu nennen. Waren wir nicht irgendwann mal nonkonformistisch?

Trugschluss zwei: Ihr seid dort einer von etwa 20.000 Goths. Glaubt ihr, ihr fallt dank einiger Kilos weniger dort mehr auf? Seid schöner als all die anderen Schönen? Ich bitte euch. Ich hab die Schnauze voll, ihr piensigen Weiber. Bleibt doch daheim und heult euch die Mascara runter, wenn ihr mit euren Körpern nicht umgehen könnt. Oder kauft halt Klamotten, die gut an euch aussehen.

Vanitas. Leider eine der hässlichsten Todsünden, wenn man sich die Mühe macht, wirklich hinzusehen. So, off my soapbox again.

Wir sehen uns auf dem WGT. Bis dahin die eure,

Phrixus, star-crossed

Ich kann Poetry Slam nicht leiden

Mir ist aufgefallen, dass es diesen Satz so im Netz noch nicht zu geben scheint – zumindest konnte ich auf die Suchanfrage “Ich kann Poetry Slam nicht leiden” hin nichts bei Google finden. Diese Lücke möchte ich hiermit kurz schließen. Ohne groß zu wettern oder anderen Menschen ihre womöglich künstlerische Entfaltung vermiesen zu wollen (und dabei prinzipiell ähnlich polemische Argumente vorzubringen wie gegen Fan Fiction), möchte ich dies nur kurz anmerken. Sollte also noch einmal irgendjemand in großer Verwirrung oder Verzweiflung jene Worte in eine Suchmaschine eingeben, wird er nun hoffentlich diese Seite finden und sich nicht mehr so mutterseelenallein fühlen.

Herzlichst,

eure Phrixus

Nachgedanke: Womöglich bin ich einfach zu unmodern, spießig und einfach nicht open-minded genug. Ask these guys.

 

Halloween in Marburg, oder: IHR WIDERLICHEN KLEINEN KOTZFRESSEN!

Ja, ich rede mit euch, ihr schwachsinnigen kleinen Wichskinder aus Cappel! Was bildet ihr euch eigentlich ein EIN EI GEGEN MEIN FENSTER ZU WERFEN?!

Ihr wisst doch nicht mal, wie man Halloween schreibt!

Ihr widerwärtigen scheißhirnrissigen Vollspasti-Idiotensonderschüler!

IHR ÜBERNEHMT VÖLLIG UNREFLEKTIERT IRGENDWELCHE TRADITIONEN AUS AMERIKA, WEIL DAS IN DER GLOTZE JA AUCH SO IST! SUPER PLAN, IHR INTELLIGENZBOLZEN!

Offenbar habt ihr nichtmal genug Durchblick in den verblödeten Müllhalden, die ihr “Hirn” (oder bei eurem Niveau bestenfalls “Kopp”) nennt, um zu begreifen, dass man irgendwo klingelt und Süßigkeiten erpresst und bei Weigerung mit Eiern und Klopapier wirft. NEIN, IHR SEID JA DIE COOLEN KIDS UND ALS SOLCHE HABT IHR GANZ GENAU VERSTANDEN, DASS MAN AN “HELLOWIEN” EBEN EINFACH MAL UNMOTIVIERT MIT ROHEN EIERN SCHMEIßT!

Ihr bis ins siebte Glied verfluchten kleinen Kackhaufen, ihr habt es euch sowas von verscherzt. Zu was Süßem hätte ich mich erweichen lassen, aber wenn heute nacht oder alle zukünftigen Halloween-Nächte noch ein einziges von euch verfickten Arschbabies hier auftaucht, DANN ZEIG ICH EUCH MAL, WAS MICHAEL MYERS TRADITIONELL AN HALLOWEEN SO MACHT!!! DANN SCHMEIß ICH MAL EURE EIER AN DIE WAND!

Ich hoffe, dass sich diese meine Ansicht in Marburg-Cappel verbreitet.

UND WENN ICH RAUSKRIEGE, WER IHR SEID UND WO IHR WOHNT, DANN GIBT ES DAS GROßE PHRIXUS-KETTENSÄGENMASSAKER!

Happy Halloween, ihr Kotzfressen.

Fighting the Good Fight… doch aller Anfang ist schwer. Vegetarier Sein, Teil 1.

Zu: Schnauze voll. Phrixus ab jetzt Vegetarierin.

I’m not a vegetarian because I love animals. I’m a vegetarian because I hate plants. – A. Whitney Brown

Ich reagiere ja allergisch, wenn mich plötzlich auf der Straße jemand mit Broschüren anspringt oder mir seinen betroffensten Gesichtausdruck entgegenhält und fragt, “Lieben Sie Tiere?! Dann wollen Sie bestimmt etwas gegen ihr Leid tun!!!” Entschuldigung, ich möchte nicht von professionellen (und/oder unfreiwillig lächerlichen) Schlechtes-Gewissen-Machern belästigt werden – deshalb wird man mich niemals in Organisationen wie PETA oder dem Vegetarierbund finden.

Trotzdem ging ich am Dienstag, dem 05. Mai 2009, aus dem Haus und beschloss, ab diesem Tag vegetarisch zu leben. Auch auf Milch, Milchprodukte und Eier will ich weitgehend verzichten – jedoch nur so weit, dass die Veganer immer noch laut “Mörder!” brüllen können, wenn sie mich wittern. Ein Teil meiner Freunde ist inzwischen auch darüber informiert und ich hatte inzwischen das gesamte Spektrum an Reaktionen. Zumindest hoffe ich das (grobe Beleidigungen waren natürlich nicht dabei), denn die Woche hat mir durchaus zugesetzt und ich möchte inzwischen eigentlich eine Weile gar nicht mehr darüber reden, da ich langsam aufpassen muss, dass mir nicht schon bei der Frage “Warum?” die Tränen kommen. Aber vielleicht ist das einfach so.

Ich möchte meine Gründe also relativ kurz (so kurz es eben geht) umreißen. Dass mir die Tiere so leid tun, spielt eine vergleichsweise geringe Rolle – zumindest zittert mir nicht die Unterlippe, wenn ich an Tierhaltung oder Fleisch denke. Natürlich tun mir Tiere leid! Mitgefühl mit jedem Lebewesen ist meine Einstellung, mein Ziel, mein Ideal als Buddhistin, aber ich leide ziemlich sicher nicht am Bambi-Syndrom (“Das arme, niedliche Tier!”). Wer mich kennt oder hier schon länger liest, weiß jedoch, dass ich mir auch sehr viele Gedanken über das Klima, die Umwelt, unseren Planeten insgesamt mache – also natürlich auch über Tiere, Menschen, Ökosysteme. Und da mache ich mir Sorgen. Nicht, dass ich in Panik verfiele oder glaubte, dass wahlweise der Meeresspiegel uns alle verschlingt, wir eine Eiszeit bekommen oder wir einfach alle in einem allgemeinem Chaos aus Wasser, Dschungel, fehlendem Nordpol, Erdachsenverschiebung und Meteoriten sterben werden. Meine Güte! Wer weiß schon, was passiert?! Das entbindet aber eben niemanden von seiner persönlichen Verantwortung der Umwelt gegenüber. Ich kann niemanden dazu zwingen, etwas zu ändern, aber ich kann mein eigenes Verhalten ändern. Meiner Ansicht ist es die Pflicht eines jeden, im Rahmen seiner Möglichkeiten ein ökologisch verträgliches, sprich: gutes Leben zu leben. Ich will also meinen eigenen Ansprüchen nachkommen und bei der einzigen Person beginnen, die ich wirklich beeinflussen kann: bei mir. Ich kann dem Rest der Welt viel erzählen, ändern kann ich nur mich selbst. Selbstverständlich gilt das für jeden von uns und ich wünsche mir zutiefst, dass sich das endlich alle bewusst machen würden. Man kann nicht warten, dass die anderen anfangen oder “irgendwer schon irgendwas unternehmen wird”! Jeder muss ran, auch du, lieber Leser.

Und deshalb lebe ich jetzt vegetarisch. Es ist die vergleichsweise umweltfreundlichere Lebensweise – natürlich vorausgesetzt, man macht sich allgemein ein paar Gedanken über die eigene Ernährung und wo die Lebensmittel herkommen. Ich esse kein Fleisch mehr, weil Fleisch unheimlich viele Ressourcen verbraucht. Die Tiere, die zum Essen oder Milchgeben gedacht sind, brauchen Trinkwasser, Nahrung, Land. Unmengen davon. Alles Ressourcen, die sinnvoller genutzt werden könnten, wenn die Nutztierhaltung stark – sehr stark! – eingeschränkt werden würde. Also muss die Nutztierhaltung reduziert werden – was sich aber offenbar nicht über den gesunden Menschenverstand, sondern über Angebot und Nachfrage regeln lässt. Da ich der “Fleischindustrie” genau einen Verbraucher endgültig wegnehmen kann, nämlich mich selbst, tue ich das. Kann aber eine einzelne Person überhaupt was verändern? Ja. Nur einzelne Personen können etwas verändern, denn jeder kann nur für sich selbst Entscheidungen treffen. Wer glaubt, sein eigenes Verhalten sei ja im großen Zusammenhang egal und hätte keine Auswirkungen, der hat sich nur die billigste aller billigen Ausreden gesucht. Pfui über dich, sagt Phrixus.

Es gibt nur eine Sünde, und das ist die Dummheit. – Oscar Wilde

Ich erwarte von niemanden, ebenfalls Vegetarier zu werden. Aber ich erwarte von jedem, dass er seinen Verstand benutzt und sich informiert. Nur wer das tut, kann gut beratene Entscheidungen treffen. Deshalb bitte ich euch inständig: Informiert euch! Meine Vorschläge:
Was hat Tierschutz mit dem Klimawandel zu tun?
Industrielle Landwirtschaft heizt Klimawandel an
Verbrauchertipps Fleisch
Und kauft dann wenigstens nur noch Bio-Fleisch oder beim (artgerecht haltenden) Bauern nebenan!

Um einige eventuell aufgekommene Fragen oder Reaktionen bereits vorwegzunehmen, möchte ich in Zitaten die vergangenen vier Tage beschreiben.
Einige der Reaktionen auf meine “neue Lebensweise” oder meine Argumentation waren in etwa:

  • “Echt? Aha.” bzw. “Ist mir eigentlich egal.” (2x)
  • “Was?! Warum denn das?!” (1x)
  • “Finde ich gut.” (5x)
  • “Wenn du mal schwanger wirst, musst du aber wieder Fleisch essen!” (1x) Das ist Quatsch. Und außerdem gerade ziemlich egal.
  • “Und woher bekommst du jetzt dein Eiweiß?” (1x) In Hülsenfrüchten beispielsweise ist jede Menge davon.
  • “Tierisches Eiweiß ist aber doch viel besser!” (2x) Nein, ist es nicht.
  • “Aber du kannst doch nicht von allen Menschen erwarten, dass sie sich informieren wie du.” (1x) Doch.
  • “Und wenn sich einer informiert und dann sagt, dass ihm das alles scheißegal ist?” (1x) Tja. Seine Sache.
  • “Aber es wird doch so viel Soja in Südamerika angebaut! Für dein Essen wird der Regenwald abgeholzt!” (2x!) Nein. Nicht für mein Essen, sondern für Nutztierfutter und Agrodiesel. Die Hersteller meiner Sojanahrung (z.B. Alnatura, Provamel, Tukan) haben definitiv nichts mit der Regenwaldabholzung zu tun. Kein Vegetarier beteiligt sich an diesem Raubbau! Außerdem geht Greenpeace schon seit 2006 dagegen vor und das Sojamoratorium ist 2008 wieder um ein Jahr verlängert worden.
  • “Kaufst du denn deine Anziehsachen bei KiK oder Takko?” (1x) Nein. Früher selten und in Zukunft gar nicht mehr. Neue Alternative: grundstoff.net. Außerdem finde ich diese Frage extrem fies. Auch wenn ich sicher nicht alles richtig mache, mache ich wenigstens einen Anfang und mache irgendetwas richtig, als Heuchler lasse ich mich nicht so leicht hinstellen. Das können die Veganer übernehmen.
  • “Ich glaube nicht, dass es eine gesunde Ernährung ohne Fleisch gibt.” (1x) Manch einer kann sich das vielleicht nicht vorstellen, Experten sagen aber: doch, das geht.
  • “Eigentlich müsste ich ja auch…” (2x) Tja. Deine Sache.

If beef is your idea of `real food for real people,’ you’d better live real close to a real good hospital. – Neal Barnard, M. D

Seven social sins: politics without principles, wealth without work, pleasure without conscience, knowledge without character, commerce without morality, science without humanity, and worship without sacrifice. – Mahatma Gandhi

Schnauze voll. Phrixus ab jetzt Vegetarierin.

Wirklich.

Mehr gibt es dazu eigentlich erstmal nicht zu sagen. Ist halt so, ab sofort. Seit heute morgen, um genau zu sein, als ich aus dem Haus ging und dachte: Ab jetzt bin ich Vegetarierin. Ich habe dafür natürlich meine Gründe – über die ich aber demnächst ausführlicher berichten werde.

Dies sei erstmal eine Mitteilung an Freunde, Verwandte und Bekannte, von denen einige sicherlich einer gepflegten Grillsaison nachgehen möchtenund/ oder darüber nachdenken, in Zukunft zum gemeinsamen geselligen Nahrungsverzehr zu laden:

Ich brauche ab jetzt Extrawürste, beziehungsweise gerade die nicht mehr. Keine Sorge, ich werde nicht ideologisch oder ungesellig. Sollte jemand auf meinen neuen Lebenswandel Rücksicht nehmen wollen,würde mich das natürlich freuen – ansonsten werde ich einfach irgendwas Leckeres ohne Fleisch mitbringen und dem allgemeinen Appetit zur Verfügung stellen. Und mich gerne euren Sticheleien aussetzen, ich kenn doch meine Pappenheimer.

Wie gesagt, an anderer Stelle mehr dazu. Sollte etwaigen entsetzten Lesern eine Frage oder Spott unter den Nägeln brennen, geht das natürlich auch jetzt schon, dafür haben wir ja die Kommentarfunktion.

Leb wohl, Mettbrötchen. Du wirst mir fehlen.

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Tschüss, Thunfisch. Ich mochte dich. Schade, dass du gehst.

Aber das ist selbstverständlich nicht des Thunfisches Schuld, nicht wahr. Irgendwo sind wir uns ja bewusst, dass es unsere Schuld ist, Überfischung der Meere und so. Aber mal ehrlich: Diese eine Pizza Tonno wird doch jetzt nichts ausmachen?!

Doch, macht sie. In drei Jahren wird es keinen Thunfisch mehr geben.

Tja. Mach’s gut, Thun, alter Junge. Wir hatten eine gute Zeit. Vielleicht sehen wir uns irgendwann an einem besseren Ort wieder. Und so weiter. Noch mehr Floskeln.

Oder wir kaufen halt keinen Thunfisch mehr und hoffen auf eine andere Fischereipolitik. Monaco geht mit gutem – und einzigem – Beispiel voran. Fang eingestellt, kein Thunfisch mehr im Supermarkt oder Restaurant.

Und, mal wirklich im Ernst: Uns wird es nicht umbringen, keinen Thunfisch mehr zu essen. Der Thun hat da die schlechteren Karten.

Klimawandel? – Tu was!

Da ich auf meinem Blog relativ häufig Suchanfragen bezüglich der globalen Erwärmung (auch gerne “Globale Erderwärmung” genannt) bekomme, gibt es diesen Beitrag auch als statische Seite.

Phrixus hat nun zum zweiten Mal “An Inconvenient Truth” von Al Gore gesehen. Davor hat sie sich ein ganzes Semester lang mit der Erderwärmung, ihren Ursachen, Konsequenzen und den Märchen darüber auseinander gesetzt. Klar, das macht die Autorin nicht zu einer Expertin, aber zum informierten Laien allemal. Ein ganz beliebtes Märchen über den Klimawandel ist, es gäbe ihn nicht. Falsch. Das ist ein Märchen der Medien und Politiker. Alle Experten hingegen sind sich einig – den Klimawandel gibt es. Ja, da gab es neulich auf RTL diese Doku “Der große Klima-Schwindel”, die uns sagen sollte, dass das irgendwie nun doch alles Blödsinn ist. Jedoch haben sich die meisten der zitierten Wissenschaftler im Nachhinein vom Film distanziert und Filmemacher Martin Durkin erzählt nachweislich eine ganze Menge Blödsinn (nachzulesen hier).

Aber um nicht direkt von der Verleugnung zur Verzweiflung überzugehen (um es mal mit Al Gore zu sagen), ist hier Phrixus’ persönlicher Appell an Freunde, regelmäßige und zufällige Leser, etwas zu unternehmen. Das bringt doch eh nichts? Doch, das bringt was. Wenn nur genug Leute endlich anfangen, das Richtige zu tun, hat das einen Effekt. Ich bin mit Sicherheit kein utopisch-optimistischer Hippie (und selbst wenn!), aber wir haben einfach keine andere Wahl: Entweder wir ändern etwas, oder alles geht den Bach runter. Wir haben leider nur diesen einen Planeten. Ich richte diesen Aufruf an alle und möchte anmerken, dass es kein feiner Zug ist, sich zurückzulehnen, nach dem Motto ‘wenn es die anderen machen, muss ich ja nicht mehr’. Jeder von uns hat die Verantwortung, im Rahmen seiner Möglichkeiten zu handeln. Ausreden wie ‘Das bringt nichts’, ‘Das kann ich mir nicht leisten’, ‘Davon weiß ich nichts’ mögen für den einzelnen zwar bequem sein, gehen aber auf Kosten aller und sind verdammt unsportlich.

So, Freunde der seichten Unterhaltung, was also tun?

♦ Zuallererst: Informiere dich! Und zwar bitte nicht durchs Fernsehen oder Zeitschriften. Schaue “An Inconvenient Truth” bzw. “Eine unbequeme Wahrheit“. Wenn du nicht auf Al Gore stehst, schau den Film trotzdem, er wird auch von Wissenschaftlern größtenteils positiv bewertet und ist gut verständlich. Wenn du lieber leicht wissenschaftlich Angehauchtes liest, lies “Der Klimawandel” aus der Reihe “Wissen” des C. H. Beck Verlages, geschrieben von Fachleuten für Laien.

♦ Besuch climatecrisis.org und schau unter “Take Action”, was du tun kannst.

♦ Besuch www.wearewhatwedo.de und fang an, mit ein paar Kleinigkeiten die Welt zu verbessern. (Gefunden bei Dennis, tolle Seite, danke dafür!)

Und jetzt geht’s los mit ein paar einfachen und nicht so einfachen Aktionen:

♦ Ersetzte deine Glühbirnen durch Energiesparlampen. Allein das hat einen Rieseneffekt auf den CO2-Ausstoß.

♦ Füll deinen Wasserkocher nur mit so viel Wasser, wie du gerade brauchst.

♦ Dreh im Winter die Heizung ein oder zwei Grad runter. Du merkst das kaum, aber es spart eine Menge Energie und CO2.

♦ Benutz weniger warmes Wasser. Wenn du im Bad diesen Wasserhahn hast, der nur mit einem drehbaren Hebel bedient wird (“Einhandmischer” oder “Einhebelmischer”), lass den Hebel nicht auf der Mitte stehen, wenn du kaltes Wasser willst. Du bekommst zwar kaltes Waser, es wird aber auch warmes Wasser beigemischt, kostet Energie und taucht auf deiner Rechnung auf.

♦ Schalte den Fernseher aus, wenn du nicht wirklich schaust. Und den Computer, wenn du ihn nicht brauchst.

♦ Schalte deine Elektrogeräte ganz aus. Nimm sie vom Netz, zieh den Stecker, benutz Mehrfachsteckdosen mit Schalter, egal. Sorg halt dafür, dass sie keinen Strom im Standby fressen, indem du sie ganz abstellst, wenn du sie nicht benutzt.

♦ Kauf Produkte aus recyceltem Papier.

♦ Kauf Nahrungsmittel aus deiner Region. Je näher bei dir die Lebensmittel hergestellt werden, desto weniger Energieverbrauch und Schadstoffe entstehen beim Transport. Also lieber Äpfel als Bananen.

♦ Iss weniger Fleisch. Das ist nicht nur gesund, sondern kann auch dein Signal als Verbaucher sein, denn Kühe produzieren unglaublich viel Methan, eines der fiesesten Treibhausgase.

♦ Kauf Bio-Produkte. Bei ökologischem Anbau speichern die Felder sehr viel mehr CO2 und nehmen es so aus der Atmosphäre.

♦ Fahr weniger Auto. Lauf kürzere Strecken, benutz auch mal öffentliche Verkehrsmittel. Das ist bestimmt nicht toll, hilft aber ungemein.

♦ Wenn du Auto fährst, prüfe wöchentlich deinen Reifendruck! Wenn du den richtigen Druck auf den Reifen hast, sparst du Benzin und reduzierst somit deinen Schadstoffausstoß!

♦ Stell auf “Öko-Strom” um. Bei uns kostet der einen Viertelcent mehr pro Kilowattstunde – das lässt sich verkraften, oder? So viel sollte einem der Klimaschutz schon wert sein. Klar, da gibt es viel Kritik, es läuft sicherlich alles nicht so rund, wie es könnte, aber je mehr Leute Öko-Strom wollen, desto mehr müssen sich die Anbieter darauf einstellen.

♦ Kauf eher frische als tiefgefrorene Lebensmittel. Sachen einzufrieren und gefroren zu halten kostet viel Energie.

♦ Informiere andere Menschen. Ermutige sie, ebenfalls ihren Teil zum Klimaschutz beizutragen. Überzeuge deine Freunde, deine Eltern, deinen Arbeitgeber. Auch wenn dich alle für ein bisschen fanatisch halten, du tust das Richtige.

In diesem Sinne,
Eure Phrixus