Torpidität

Im deutschen Sprachraum kennt man dafür auch die Bezeichnungen Hungerstarre, Tagesschlaflethargie, Hunger- oder Kälteschlaf; vogelkundlich wird von einem Verklammen gesprochen. (wikipedia)

Phrixus befindet sich noch im Winterschlaf, wie das bei kleineren Säugetieren durchaus geschehen kann. In den nächsten Tagen plant sie jedoch wieder zu sich zu kommen und einen verspäteten Jahresrückblick zu schreiben, was nichts macht, denn Phrixus’ Neujahr beginnt bekanntermaßen sowieso erst dann, wenn sie möchte.

Bis es aber denn soweit ist (die Meteorologen sagen zuversichtlich ein Erwachen morgen oder übermorgen voraus, dazu leichte Schneefälle und Temperaturen zwischen 0° und -3° Celsius), hier ein Video zu eurer Erbauung.

Es versüßen euch die Wartezeit: Die Tokyo Panorama Mambo Boys.

Frauen waren ja schon immer zu blöd.

Stichwort Sexismus in den Medien.

“Bilder aufhängen konnten wir immer schon, dafür brauchen wir keinen Mann – na gut, wenn man die Bilder abnimmt, findet man dahinter drei schief eingeschlagene Nägel. Doch jetzt gibt es etwas, womit wir garantiert auf Anhieb gerade Bilder aufhängen.”

Oder so ähnlich. Ich habe diesen schönen Monolog gleich nach der Sendung notiert, deshalb dürfte meine Niederschrift schon ziemlich nah am Originalwortlaut sein. Lasst die Worte kurz auf euch wirken.
Liebes RTL Punkt 12-Team, wer sind denn “wir”? Dumme Menschen? Handwerklich benachteiligte Mitbürger? Wie bitte?! Frauen? Danke, aber ich verwehre mich dagegen, dass ihr mit diesem “wir” tatsächlich “uns Frauen” meint. Ja, ich habe mitbekommen, dass die Tussi im Beitrag später genau das nochmal sagt (dankeschön), aber hallo? Wann leben wir, in den Fünfzigern? Ich werde jetzt hier keine weitere Erklärung, warum das sexistischer Schwachsinn ist oder eine Rechtfertigung weiblicher Fähigkeiten niederschreiben – dazu muss ich mich nicht herablassen, das sollte man heutzutage wissen, finde ich oder kann es auf einfachste Weise dank neuer und alter Medien herausfinden. Insofern ist dieser rückständige Beitrag eine Beleidigung für Frauen, Männer, alle anderen und in erster Linie für RTL selbst. Es brauchte nicht noch einen Beitrag wie diesen, um RTL als Deppensender zu entlarven (ich hätte es schon wissen müssen, bevor ich die Fernbedienung benutzte), aber danke für die Erinnerung.

Mein Tip: einfach mal das Gehirn zum Denken zu benutzen, dann passiert einem so eine Scheiße normalerweise nicht.

50er Jahre in neuer Verpackung braucht niemand und es ist ziemlich arm, dass man nur den Fernseher anstellen muss, um im Grunde genommen genau das hier in bunt zu sehen.

Oh, die Parallelen fallen nicht genug auf? Dann schaut doch nur mal einen Werbeblock unter diesem Gesichtspunkt:

Q.E.D. – Es bleibt viel zu tun und viel zu bewegen.

Meine Lieblingslinks dazu (mehr findet ihr auf den Seiten):
Mädchenmannschaft
Missy Magazine

Herzlichst,
Phrixus (angekotzt)

P.S.: Falls jemandem gerade nicht einfällt, wie man “Sexismus” in der Wikipedia sucht, übernehme ich das gern. Hier die Hauptdefinitionen:

Heute stehen verschiedene Definitionen von Sexismus nebeneinander.
So wird in der Psychologie Sexismus über „stereotype Merkmalszuschreibungen“ definiert. Auf dieser interpersonellen Ebene werden auch diskriminierende Rollenzuschreibungen gegenüber Männern berücksichtigt.[1]
In der soziologischen Forschung wird hingegen mehr der strukturelle Aspekt des Sexismus betont. Hier heißt es, dass Sexismus kulturell bedingt, institutionell verankert und individuell verinnerlicht sei. Es sei ein weitergetragenes Denken, Glauben, Meinen und ein Handeln als gesellschaftliche Praxis, welches Männer privilegiere und Frauen unterwerfe. Hierdurch werde das Tun von Frauen abgewertet und Frauen und Männer würden auf bestimmte Rollen festgeschrieben. Dieser Ansatz betont die Mechanismen eines diskriminierenden Gesellschaftssystems, hier des Patriarchats, und untersucht zugleich die Verschränkungen von Sexismus mit anderen Kritikansätzen an Herrschaft einiger wie dem Rassismus, Klassismus, Altersdiskriminierung, (englisch: “ageism”) Behindertenfeindlichkeit oder Speziesismus[2]
Im postfeministischen Diskurs wird Sexismus sehr viel weitgehender definiert. Hier wird es als Sexismus betrachtet, von anderen zu erwarten oder zu verlangen, dass sie Geschlechternormen verkörpern. Verwandt mit diesem Ansatz sind die Diskussionen um die heterosexistische Diskriminierung von Schwulen, Lesben und Menschen, die nicht ins gängige Geschlechterkonzept passen.[3]

Quelle: Wikipedia, 14.09.2010. Links und Fußnoten bitte ich dort nachzuschlagen.

Funny pictures history - Sabrina Is One Hell Of A Saleswoman
see more Historic LOL

Peter Steele. Ein Nekrolog.

Zu viele Nachrufe.

Ja. Langsam werden es mir hier zu viele Nachrufe. Heute nun muss ich eine schwarze Rose niederlegen für DEN Mann.

Lebwohl, Peter Steele. Du warst der Traum meiner allzu jugendlichen schlaflosen Sommernächte. Wegen dir habe ich angefangen, mir die Haare schwarz zu färben. Mein erster Schritt ins Grufti-Dasein waren waren deine Songs über Sex und Tod. Danke für einen stilvoll-sexy-obszönen Bass, wie es keinen zweiten geben wird. Danke für richtig guten Goth Metal.

Du warst zu heiß um zu sterben. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Love You To Death.

Erste Male (Tod im Frühling)

Das Leben kehrt in die Welt zurück.

Der heutige Tag war ein wahrhafter Frühlingstag, und wie es sich gehört, war er voller neuer Anfänge und Erfahrungen und voller Leben.

Heute habe ich das erste Mal dieses Jahr gegrillt. Dabei habe ich das erste Mal eine Japanerin kennengelernt, und damit meine ich mehr als nur Händeschütteln, sondern richtig mit Unterhalten (obwohl sie nicht so gut Englisch und kein Wort Deutsch sprich) und zusammen Lachen und Essen. Ich habe mich über das wunderbare Wetter gefreut, dafür aber das erste Mal bewusst wahrgenommen, wie sehr mich die plötzliche Hitze belastet und gefragt, ob das noch im Rahmen ist oder schon zu MS-Symptomen gehört, denn nach einer halben Stunde im Kühlen ging es mir wieder gut. Ich habe der Japanerin verraten, dass die gelben Büsche Forsythien heißen, und ihr erklärt, und wie wichtig für deutsche Männer die verschiedenen Methoden eine Flasche Bier zu öffnen, sind. Später habe ich mir ein Sommerkleidchen gekauft. Ein schöner Tag.

Endlich ist Frühling, der Himmel ist wieder strahlend blau, die Blumen blühen, die Meisen zirpen seit Tagen um die Wette, es liegen ganze Wolken von Primelduft in der Luft, das Leben ist wieder da. Ich hoffe, meine Oma hat sich noch einmal über all diese Dinge freuen können, bevor sie heute starb.

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

In eigener Sache: Multiple Sklerose. Jap, hab ich jetzt neu.

Die Welt voll Leid, ach,
Selbst wenn die Kirschen blühen -
Doch wenn schon, denn schon.
- Issa

Der eine oder andere im Publikum ist ja nun schon eine lange Zeit dabei und erinnert sich dunkel an den alten Artikel “Mit 28 waren viele Gute schon tot… (Projekt Beinamputation Teil 3)” – ich habe damals durchaus mit mehr Humor darüber geschrieben, als ich eigentlich hatte. Ich hatte wirklich Angst, als 2007 mein Bein für ein paar Wochen taub war. Ein MRT wurde natürlich gemacht, und der Arzt, der gechlagene 30 Sekunden darauf guckte und dann verkündete, dass alles in Ordnung sei, wurde ja dann auch noch vom Neurologen in der anderen Praxis gestützt, der ähnliches sagte.

Spulen wir also vor ins Jahr 2009. Weihnachtszeit. Seit 2 Wochen, über die Feiertage hinweg, tut mein linkes Auge furchtbar weh. Um es ganz kurz zu machen, ich war drei Mal in der Augenklinik und drei verschiedene Ärzte stellten fünf verschiedene Diagnosen. Trockene Augen. Stress. Nichts. Immerhin nicht die Netzhaut. Der letzte war dann sehr eindeutig und hatte auch recht: Retrobulbärneuritis, oder auch Sehnerventzündung. Das ist aber am Nerv, nicht am Auge, deshalb nicht Sache der Augenklinik, sondern der Neurologie. Am nächsten Tag also dorthin.

Ich möchte die Oddyssee um die völlig informationsfreie Wartezeit von acht Stunden und den gesamten folgenden Alptraum vom wurstbrotkauenden Dr. Arschloch, der lächelnd verkündete, ich müsse ja wohl für mindestens drei Tage – eher fünf – spontan dableiben und was mir denn daran jetzt bitte nicht passen würde, anderswo gäbe es noch nicht mal so tolle neurologische Abteilungen, einfach vergessen. Sonst krieg ich immer noch Instant-Magengeschwüre. Ich merk’s grad schon wieder.

Überspringen wir also mein trauriges Silvester vollgepumpt mit Cortison vor der Abteilung Psychiatrie (von da hatte man einen schönen Blick), die bange Wartezeit auf irgendeine Diagnose (weil über die Feiertage natürlich auch in einem Krankenhaus kein Arsch im Labor arbeiten will), und die vielen mehr oder minder schmerzhaften Untersuchungen (naja, ging schon – die Lumbalpunktion kriegt nur ne schwache zwei auf einer Schmerzskala von 0 bis 10, und George Clooney und die dramatische Musik blieben dabei auch aus. Die Nervenbahnen waren da viel fieser).

Am Dienstag war dann endlich eine ordentlich Visite. Auf die Frage, ob ich denn noch irgendwelche Fragen habe, antwortete ich wahrheitsgemäß, “Ja schon, ich hätte gern mal eine Diagnose.” Worauf sich allgemeine Verwirrung und ein Rausreden auf die Feiertage ausbreiteten, während der Chefarzt streng guckte. Das war schon fast Scrubs und ich gönnte es der ganzen Bande (obwohl nette Leute), immerhin lag ich seit geschlagenen sieben Tagen ohne jede Information dumm in der Gegend rum. Etwas später im persönlichen Gespräch teilte einer der Ärzte mir dann die gesamte Botschaft mit:

Multiple Sklerose.

Wir unterhielten uns nett über die gesammelten Konsequenzen, lachten ein bisschen und ich kann von mir selbst erstaunt sagen, dass ich total locker war. Warum auch immer, vielleicht Schock, vielleicht der allgemeine Irrsinn des Krankenhausalltags. Womöglich hat diese lockere Art auch die nervige, gespielt übertrieben extrem hilflose alte Dame, die tags zuvor mit leichter Taubheit im Arm eingeliefert worden war, dazu verleitet, die Schwere dieser Diagnose komplett misszuverstehen. Was auch immer in ihrem maulwurfsäugigen Kopf vorging (sie hatte mir zu diesem Zeitpunkt bereits drei Mal mit zitterndem Stimmchen von ihrem Meerschweinchen “Mäusi” erzählt, dass immer spürt, wenn sie weint), nachdem der Arzt weg war, bemerkte sie als erstes, er hätte ihr doch nun eigentlich auch gleich sagen können, was sie habe und wann sie heim könne. Was ihr die Visite eine Stunde zuvor bereits gesagt hatte. Dass sie nämlich erstmal für die Untersuchungen bleiben müsse. Und – ganz im Ernst – diese Frau war nicht unbedingt senil. Die war nur doof. Und ich habe mir in dem Moment überlegt, ob ich nicht doch noch ganz kurz einen Schreikrampf kriege, ließ es dann aber bleiben – ich befürchtete, die würden mich am Ende da behalten. Ich widmete mich stattdessen meinem Mittagsmahl. Ein “vegetarisches Steakly” und ich schwöre, es war eine Frikadelle. Oder zumindest so künstlich, dass niemand auf der Welt hätte sagen können, ob es aus Soja, Gammelfleisch oder Restmüll bestand. Was auch nichts mehr machte, wirklich Hunger hatte ich trotz meiner wirklich, wirklich seltsam guten Laune nicht.

Um an dieser Stelle wieder abzukürzen, ich weiß nicht, ob ich irgendeinen abnormalen Trauer-/Panikprozess durchmache. Gelegentlich geht’s mir zwischendurch kurz echt scheiße. Aber die meiste Zeit ist alles in Ordnung. Dann hab ich eben Multiple Sklerose, davon geht jetzt nirgendwo die Welt unter. Schön ist es natürlich nicht, aber ich war durchaus ein wenig entsetzt, wie oft in Broschüren, Büchern, Infoseiten zum Thema von Verleugnung, Depression, Trauer und dem ganze Kram gesprochen wird. Ich kann mir vorstellen, dass es für viele Menschen die ultimative Katastrophe wäre, und dass davon vielleicht sogar zweien oder dreien dieses blöde Schaubild über die Phasen der Trauer bis zur Akzeptanz weiterhilft. Aber mir geht es ziemlich gut soweit. Vielleicht hat der ganze Scheiß letztes Jahr – Magisterstress, zwei Operationen wegen Krebsvorstufen und noch mehr Magisterstress – einfach so fertig gemacht, dass mich nichts mehr schocken kann. Fänd ich gut, das gilt als Superkraft, dann könnte ich mir überlegen, ob ich mit meiner ganzen Awesomeness ab jetzt der Liga der Helden oder der Liga der Superschurken beitrete. Aber ich fürchte, diese ganze MS-Sache ist für mich einfach nicht so dramatisch. Sicher, in meinem Kopf arbeitet es die ganze Zeit – was nun auf mich zukommt, wie ich das alles organisieren werde, welche Konsequenzen ich für mein Leben ziehe, ob und was ich ändern will und so weiter – und ich lese jeden Tag mehr über die Krankeit, zwei Bücher und ein Riesenstapel Broschüren liegen schon hier, mehr ist schon auf dem Weg. Aber ich bin nicht verzweifelt und möchte mich diesem ganzen “OhgottohgottwelchfurchtbareKrankheit”-Gezeter erstmal verweigern. Möglicherweise ändert sich meine Einstellung dazu irgendwann noch, aber bisher setze ich diese Sache noch viel zu sehr in Relation: Ich hätte auch eine schwere Erdnussalllergie entwickeln können. Das wäre auf der Skala der ungeilen Krankheiten sehr viel höher, denn ich könnte nichts mehr essen ohne zu kontrollieren, ob ich nicht eventuell daran sterbe. Ich könnte Diabetes haben, dann wäre ich bei kurzer Zeit ohne Insulin auch so ziemlich tot, wenn ich nicht aufpasse. So wie die Lage jetzt ist, habe ich den Vorteil, eine zwar ziemlich uncoole Krankheit zu haben, die aber nicht akut tödlich ist. Auf lange Sicht werde ich einige Unannehmlichkeiten bekommen, die mit moderner Medizin und all den Hilfsmitteln aber gut auszuhalten sein werden, aber ich sterbe nicht daran und ich kann immer noch alles essen und alles machen. Naja, “alles machen” voraussichtlich für eine angemessen lange Zeit, dann sehen wir weiter. Und meine verdammte Krankenkasse bezahlt sogar Späße wie Heileurhythmie, was will ich also mehr?!

Das war erstmal der Bericht über meinen geistigen Zustand. Wer noch mehr Info über meine Diagnose und was ich mir bisher an Wissen dazu angelesen habe will, kann jetzt noch weiterlesen.

Die Diagnose MS ist zur Zeit erst zu 99,9% und unter Vorbehalt gestellt, da die 100%ige Diagnose erst als gesichert gelten darf, wenn ein zweiter Schub da war oder in einiger Zeit noch ein MRT gemacht wurde. Aber die Ärzte sind sich extrem sicher aufgrund ihrer Erfahrungswerte – und es spricht auch alles dafür: die Sehnerventzündung ist DAS klassische Symptom für den ersten richtigen Schub. Es spricht auch alles für eine milde Verlaufsform: ich hatte nur ein Symptom, nämlich den Sehnerv, ich bin jung, weiblich und habe ziemlich gut auf die Cortisontherapie angesprochen. Das sind alles gute Zeichen, ich habe also vermutlich (hoffentlich) die klassische Verlaufsform, soll heißen, ich werde ab jetzt alle ein bis wasweißich Jahre mit einem weiteren Schub rechnen können. Dabei kann alles mögliche auftreten, was Entzündungen im Gehirn so verursachen können: Taubheitsgefühle, Zittern, Sehstörungen, Gelichgewichtsstörungen, Lähmungserscheinungen, Blasenschwäche, Sprachstörungen. Die Liste geht weiter, aber das einzige, wovor ich echt Panik habe, sind Sprachstörungen. Wenn ich Glück habe, gehen diese Symptome zwischen den Schüben immer wieder vollständig zurück, wenn ich ein bisschen mehr Pech habe, wird es zwischen den Schüben irgendwann auch schlechter. Darüber hinaus, weil das Gehirn durch die Entzündungen mehr Aufwand für dieselbe Arbeitsleistung haben wird, werden sich möglicherweise irgendwann so Kleinigkeiten einstellen wie (dauernde) extreme Müdigkeit, besonders bei Hitze, und das Auftreten der bekannten Symptome bei körperlicher Anstrengung. Eventuell leiden auch kognitive Fähigkeiten, wie Konzentration und Gedächtnisleistung. Wenn ich richtig informiert bin, werde ich wenigstens nicht wirklich dumm dadurch, das wäre sonst ein belastender Gedanke. Aber gegen alle diese Symptome kann man auch etwas tun – über die normale medikamentöse Therapie hinaus mit gesunder Ernährung, ein bisschen Sport, geistige Entspannung, Meditation, anderes Training und zur Not Reha. Vielleicht bekomme ich irgendwann mal gelähmte Beine, aber auch das ist noch ein paar Jahrzehnte weit weg. Insgesamt werde ich in den kommenden Wochen den weiteren Plan mit dem Krankenhausarzt besprechen, es wird auf jeden Fall darauf hinauslaufen, dass ich irgendeine der möglichen Immuntherapien bekomme (wahrscheinlich selbst Spritzen geben und so Späße), und die auch zwischen den Schüben angewendet wird, um das alles möglichst von Anfang an einzudämmen. Während der Schübe wird es dann wahrscheinlich wieder Cortison sein. Alternative Therapien (z.B. Homöopathie) werde ich zusätzlich dazu bemühen, wenn möglich, schließlich ist auch der Placebo-Effekt ein messbarer Effekt und mir sind auch kleine Verbesserungen allemal lieber als nichts. Deshalb mach ich ab spätestens Februar einen Yoga-Kurs mit meiner tollen Nachbarin, werde viel spazieren gehen, wieder meditieren, auf mein Gewicht achten und mir allgemein nicht so viele Sorgen machen. Auch diese ganze Prüfungs- und Jobsuch-Sache kann mich jetzt erstmal gern haben. Mir ging es gerade während der Vorbereitung auf die zweite mündliche Prüfung so extrem scheiße, dass mich dieser Zeitpunkt für den ersten heftigen Schub überhaupt nicht wundert. Statt also dem heutigen Rat meines Vaters zu folgen (“Stürz dich in die Arbeit! Zieh in die Stadt, da ist die Joblage besser!” – häh?!) werde ich das genaue Gegenteil machen, hier bleiben und mich genau nicht in die Arbeit stürzen. Ich mache meinen Abschluss fertig so gut es eben geht, werde mir die Note höchstens ein Mal kurz angucken und dann die Sache abhaken. Ich habe momentan wirklich Wichtigeres zu tun – und auch Wichtigeres in meinem Leben vor – als mich mit dem Gedanken an Prüfungen und Arbeitssituation kaputt zu machen und ein Leben zu führen, dass ich nicht wirklich führen will. Dafür – und das wird mir gerade in dieser Situation schmerzhaft deutlich bewusst – sind mir meine Zeit und mein Leben zu schade. Bin doch nicht bescheuert.

So viel erstmal von mir. Nochmal vielen Dank für die vielen besorgten Nachrichten, tweets, sms, Anrufe und alles andere! Ihr habt mich die letzten zwei Wochen sehr aufgebaut! Ich hoffe, ich konnte mit diesem Text all eure Fragen nach dem “Wie geht’s denn jetzt weiter?!” einigermaßen klären – er ist eigentlich viel länger geworden, als ich wollte, aber viel kürzer ließ sich das nicht abhaken. Wer möchte, darf gern weiter fragen oder mir generell seine Gedanken schreiben. Über eure Kommentare freue ich mich!

Eure Phrixus, star-crossed

Roquefort, oder: Anthropologische Fragestellung zum Thema Käse

Obwohl mir ja an anderer Stelle die Dummheit meiner Posts angetragen wird, werde ich nichtsdestotrotz nun einige Worte zum Thema Käse verlieren, nicht allein da ich weiß, dass es unter meinen Lesern zumindest einen Käsefreund gibt. Oder zumindest einen, der sich Käse von Dü nennt und das lässt ja hoffen. Wer das für zu “voll unter meine geistigen Niveau” hält, kann ja geduldig auf den geplanten Beginn meiner absolut hochwertigen Kolumne ‘Alternativen zum Selbstmord’ warten, unter Hugenottenschlampe die ersehnte Fortsetzung des absolut anspruchsvollen Romans lesen, unter Orestias bunte Bilder angucken, zum Poetry Slam gehen, oder Goethe oder Bravo lesen – jeder nach seiner Fasson, nicht wahr. Langer Rede (sehr) kurzer Sinn:

Ich bin ja Käsefreund, was man schon daran erkennt, dass ich ein Buch über Käsesorten besitze. Inzwischen habe ich sogar im durchaus nicht allseits beliebten Roquefort eine Heimat gefunden. Dennoch treibt mich beim Käsegenuss, inbesondere bei Roquefort die Fragestellung um: Unter welchen Umständen hat die Menschheit zum Schimmelkäse gefunden? Ich meine, was zur Hölle muss in jemandem vorgehen, dass er das ausprobiert – was bei aller Liebe hat dazu geführt, dass irgendein Mensch beim Anblick eines alten, verschimmelten Käses sagte: “Jo mei, der is doch noch gut”?

Als ich das erste Mal Roquefort probierte, war mein Gedanke ungefähr dieser:

Beziehungsweise hätte ich gern eine Krankenstation aufgesucht. (Gut oder? Mal sehen, wie oft ich noch einen thematischen Bezug herstellen kann, um exakt dieses Video einzubauen!)

Um diesen Artikel jetzt noch ein bisschen zu verlängern, enfach so für’s Feeling, ihr wisst schon, gibt es noch mehr zum Thema Käse. Denn man kann einfach nicht genug Käse haben.

Im Rausch der Kreativität (oder so ähnlich)

Kreativität und (mehr oder weniger) klare Struktur schließt sich nicht gegenseitig aus. Aber davor wird es noch ein wenig chaotisch hier. Ich überarbeite ein paar Kleinigkeiten, mindestens die Kategorien, vielleicht soagr das ganze Layout. Deshalb könnte dem unbedarften Betrachter hier für einen kurzen Zeitraum einiges seltsam vorkommen. Als Nachttier mache ich das natürlich um Uhrzeiten wie diese, klassische Maintenance-Zeit, deshalb dürften die meisten Leser davon nichts mitbekommen – falls doch, verzeiht die Unannehmlichkeit, aus dem gewohnten Trott gerissen zu werden. Freut euch auf neues Blabla, neue Kategorien, und neue, regelmäßige Kolumnen, an denen ich bereits arbeite.

Da es außer meinem wilden Gewurschtel hier erstmal nix zu sehen gibt, vergnügt auch doch derweil mit meinen neuen Nebenprojekten:

Ein Roman – Pilluks spricht das lange Halleluja (Kapitel 3 kommt bald!)

und

Phrixus in Bildern – One Picture A Day (ganz neu und wartet auf euch!)

Wurst im eigenen Darm…

“…und dann furzen sie tagelang wie die Klingonen!”

Ja… gelegentlich lese ich ihn ja sogar, den VEBU-Newsletter. Die Hälfte ist Schwachsinn und Gejammer – also wie hier, wahrscheinlich find ich’s deshalb so grauslich – aber ab und zu findet sich auch mal was Lsutiges. Und das kommt mir ganz gelegen, denn das kann ich einfach hier posten, ohne mir groß selbst Gedanken zu machen. Bis sich gewisse Personen mal endlich abschließende zu meinen Prüfungstermine geäußert haben – mein Gott, es ist so ätzend, komplett von der Planung irgendwelcher Menschen abhängig zu sein – hab ich echt keinen Nerv, über irgendetwas ernsthaft nachzudenken. Außer vielleicht über meine genozidal-nietzscheanischen Anwandlungen, von denen ich die meisten sorgfältig für mich behalte. In der Zwischenzeit backe ich Kürbis-Quiche. Klingt schon so halb nach Hausfrauen-Amok, nicht wahr?

Zurück zum Thema Fleisch. Ist ja ein unheimlich empfindliches Thema – ich bin nach wie vor Vegetarier, inzwischen aus Bequemlichkeit – und es ist erstaunlich, wie viele Fleischesser sich bereits durch die Anwesenheit eines Vegetariers angegriffen fühlen. Ohne, dass ich etwas gesagt hätte. Das geht mir so auf die Nerven. Iss doch, was du willst, ist ja deine Umwelt. Ich bin Buddhist, ich bin viel zu sehr damit beschäftigt, das Nirwana durch Mitgefühl zu erreichen, universelle Liebe und so, da hab ich gar keine Zeit, mir um dein Stück Schwein aus Massentierhaltung Gedanken zu machen! Friss doch!

Entschuldigung, eigentlich schreibe ich ja nie auf, was mir wirklich durch den Kopf geht. Macht man sich ja auch keine Freunde mit. Und jetzt, wo wieder Dieter Bohlen mit dieser Sendung im Fernsehen ist, gibt das Thema Fleisch doch auch gar nichts mehr her. Nicht mehr kontrovers genug. Überall Nanos drin, was schert mich da das Gammelfleisch von vorgestern? Mutti und Tante Guido im Kanzleramt würden da schon was zu sagen, wenn’s so wichtig wäre. Und das mit den alten Atomkraftwerken ist schließlich auch nicht so wild wie uns immer von den anderen vorgemacht wurde. Also.

Mal ehrlich, interessiert es irgendjemanden, was da so ein paar schrullige Vegetarier und Klimabesessene sagen? Ich glaube nicht. Aber vielleicht bringt es wenigstens ein paar Leser und fiese Kommentare (ich muss schließlich endlich damit anfangen, mich über meine Follower-/Leserzahlen zu definieren), die dann zumindest ein paar niveauvolle Beleidigungen hierlassen. Im Internet findet sich da doch eigentlich immer jemand, der sich zuständig fühlt und ein bisschen rumrotzt. Ehrlich. Ich hatte schon so lange, seit den Artikeln über Rollenspiel und Gothics keine fundamentalistische Diskussion mehr, so richtig mit persönlich werden und so. Bitte. Mir ist so langweilig.

Transmediale Überforderung

Nachdem die Magisterarbeit abgegeben ist, die schriftliche Prüfung hinter mir liegt, und ich zweieinhalb von drei Terminen für die noch ausstehenden mündlichen Prüfungen vereinbaren konnte, bricht über mich die gesamte Müdigkeit, Aufgekratztheit und allgemeine Überforderung der letzten Wochen herein. Ich habe mir eine Woche quasi freigenommen, die ist auch schon fast rum, ich habe bereits einen Teil der nötigen Bücher in der Bibliothek bestellt und lebe mit der Aussicht, noch bis Mitte Januar lernen, lernen, lernen zu müssen – dennoch besteht keine akute Notwendigkeit, mich mit irgendwelchem Online-Scheiß abzulenken, also pendele ich geistig permanent zwischen überbordender Phantasie und totaler Apathie. Ich zwinge mich nun dazu, diesen Sachverhalt darzulegen, damit ich wenigstens mal wieder irgendwas hier geschrieben habe. Es gäbe ja so viel Material, so viele Ideen – aber für die meisten davon müsste ich aufstehen und irgendwelche Notizen holen. Das kann man nun wirklich nicht von mir verlangen.

Ausstehende Artikel und Projekte sind also:

Was Phrixus in sechs Monaten vollbracht hat während sie eigentlich die Magisterarbeit schreiben wollte.Neue Suchbegriffe, oder Emma Watson ist nackter denn je.

Zitate, die beinahe das Eingangszitat meiner Magisterarbeit geworden wären.

Themen, über die ich mich gern mündlich prüfen ließe, allerdings der universitären Grundlage entbehren, oder 100 Dinge über die ich jetzt lieber reden würde!

Als ich einmal ein Lehrbuch der allgemeinen Botanik war und andere Geschichten.

Mehr Disziplin für Phrixus – mehrere lange geplante monatliche Artikel zu festgelegten Themen.

Die Kategorien wollte ich auch schon lange mal überarbeiten. Pläne, Pläne, Pläne. Jedoch, lange aufgeschobene weil temporär unwichtige Beschäftigungen fordern jetzt Aufmerksamkeit: Körperhygiene, Haushalt, Wäsche, Nahrungsaufnahme. Ich muss putzen, Geburtstagsgeschenke kaufen, Menschen informieren, dass ich sie noch kenne. Und dann geht der ganze Zirkus wieder los, inklusive Jobsuche. Mei, wird das ein Spaß! Ach, noch ein ausstehender Artikel: Lustiges Beruferaten von, mit und für Phrixus. Habe mir jetzt schon die Termine für Arbeitsamt-Workshops eingetragen: “Studium beendet – Start in den Beruf!?” Ja, das steht auch in der Broschüre mit Ausrufezeichen und Fragezeichen. Andere Berufsratgeber informieren mich darüber, dass der perfekte Zeitpunkt für engültige Gedanken über Berufswünsche und-perspektiven das vierte und fünfte Semester ist. Hoppla! Knapp verpasst, so um drei Jahre. Find ich komischerweise nicht so tragisch, aber vermutlich habe ich nur wieder mal zu viel Fight Club gesehen.

Ach, egal. Ich geh jetzt erstmal schlafen und bringe dann bei Gelegenheit Ordnung in meine Gehirn-Inneneinrichtung. Dann läuft hier auch wieder was. Es summt schon in meinem Kopf, noch blockieren die Bienchen sich gegenseitig in der Drehtür, aber nur allzu bald wird meine Pfeife ein bisschen Disziplin in den Haufen bringen! Dann kommen die Worte und Gedanken brav nacheinander und ich werde wieder unaufhaltsam sein. Organisationstalent und kreatives Genie werden Hand in Hand gehen! Papierkram, ich komme!

funny pictures of cats with captions
see more Lolcats and funny pictures

De Herbstwind hält die Segel straff…

Update zu Let no joyful voice be heard! Let no man look up at the sky with hope!

Totale Lebenskrise, wie immer berechenbar dann, wenn’s kalt wird. Diesmal umso schlimmer. Frierend und trüb bewegen wir uns durch das graue Licht des Tages und sitzen nachts allein auf winzigen Lichtinseln ohne dass es irgendwo wirklich die Antworten gäbe die wir uns gegenseitig von Ferne vorgaukeln. Aber keine Sorge, ich fühle mich ja durchaus Zuhause in tränennasser Verzweiflung und kalter Melancholie. Sollten irgendein unbestimmter innerer Schmerz und unbegründbare Einsamkeit zu den für großartige Schriftsteller notwendigen Defekten zählen, dann kann ich mich immerhin darauf ausruhen, dass ich diese Qualifikation besitze.