Müde

Inzwischen habe ich sowohl bei tumblr als auch hier bei wordpress eine knapp zweistellige Follower-Zahl erreicht – Schaumwein für alle!

Deshalb schreibe ich tatsächlich ein kurzes Update über mich. Whoa. Diverse Psychotests im Internet (fast so gut wie die damals in der Bravo,probiert es aus!) bescheinigen mir zwar eine enorme Portion Narzissmus, komischweise fällt es mir aber schwer, direkt über mich zu schreiben. Deshalb immer alles mit Augenzwinkern und in dieser ganzen distanzierten, gezwungen-selbstironischen Art, die ich an mir hasse.

Diese ganze Woche war so extrem anstrengend, dass ich mich einen Tag an der Arbeit krank melden musste und überlege, ob ich meinen ehrenamtlichen Job in unserem Kindergarten aufgebe. Es ist zwar toll, sich gebraucht zu fühlen und schmeichelt meinem Ego enorm, aber mein Therapeut hat auch schon irgendwie recht, wenn er sagt, “Was nützt der beste Therapeut, wenn er tot ist?” (Er fuhr dann damit fort, mich zu rügen, weil ich mich in seinen Augen überfordere. Da könnte… was dran sein.) Wenn zusammenbreche, hat am Ende keiner was davon.

Warum stelle ich mich so an, wenn ich mal eine Woche lang etwas mehr Stress habe als sonst? Wer das ernsthaft fragt, dem kann ich jetzt einen offiziellen Wisch vom Versorgungsamt unter die Nase halten, der einen Grad der Behinderung von 40 bestätigt. Und verdammt nochmal, so fühle ich mich auch. Es hat schon seine Gründe, dass ich in unserer Battlestar Galactica Board Game-Runde meistens Präsidentin Roslin spiele*. In related news, ich habe wenigstens nicht mehr täglich Schmerzen von meinen neuen Medikamenten.

Ich schleppe mich also vorwärts in der Hoffnung, dass mit dem kühleren Wetter auch meine Fatigue etwas zurückgeht und ich mich an all die Veränderungen in kurzer Folge langsam gewöhne und der Stress nachlässt. Irgendwie wird schon alles gut werden. Einen besseren Schluss für diesen Artikel finde ich gerade einfach nicht. Außer vielleicht, um den Bogen von Krankheit zu Fandom endgültig zu schließen, ein Gedanke, der vielen Gesunden sehr fern und vielleicht nicht einleuchtend ist (was mein Therapeut “Die Selbstvergessenheit der Gesundheit” nennt): viele Menschen müssen um das, was man gemeinhin “Gesundheit” nennt, jeden Tag kämpfen. Mal gelingt das besser, mal schlechter. Und es ist jeden Tag aufs Neue anstrengend – hunderte kleine Kämpfe an verscheidenen Fronten und man weiß einfach nicht, ob das alles überhaupt einen Sinn hat. Dann hilft nur noch ein Mantra, das die Motivation ersetzt, bis man irgendwann wieder Boden unter den Füßen hat. Und alles wieder von vorne losgeht. Ihr könnt euch vielleicht inzwischen denken, welches eines meiner Mantras ist.

In diesem Sinne: WE WILL DEFEAT THE CYLONS! SO SAY WE ALL!

President Laura "Put him out the air lock" Roslin

President Laura “Put him out the air lock” Roslin – my personal inspiration

 

*) Im Gegensatz zu den anderen Spielfiguren muss Präsidentin Roslin für eine simple Spielaktion (eine Location zu aktivieren) zwei Karten ablegen. Weil sie tödlich krank ist. Most badass president ever.

Depression is not a Disease but an Indication that Human Consciousness needs to Change

phrixus:

I love this article. For German readers I can recommend the book “Irre! – Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen” by Manfred Lütz, a notable German theologian and psychiatrist. Please click the link below to the original article.

Originally posted on Voces del Tierra:

Robin Williams

What Dreams May Come-Robin Williams  RIP

After hearing the sad news of Robin Williams and his suspected suicide, I am really tired of hearing some people refer to depression as a ‘disease’. It is not a disease, but more chemical and emotional imbalance of the brain, normally affected by long-term stress, deep trauma or grief, for some it is difficult to diagnose the root cause. Here is a good article written by Dr John Grohol on defining Depression for those of you that are insistent on calling it a ”disease”.

 Furthermore,  should it really be referred to as a ‘mental illness’ either? Through my research and personal experiences, depression is an understandable psychological reaction to the stress and violent deformities of the modern world.

I have tried a number of conventional and non-conventional methods to treat my own depression and I feel the most valuable activities are spending time in…

View original 1,208 more words

Kekskind – Cuisine

Kekskind: “Ist das Fleisch?”

Ich: “Das ist Fisch.”

Kekskind: “Ist das Speck?”

Ich: “Das ist Fisch, Mäuschen.”

Kekskind: “Popcorn?”

Ich: “Nein… das ist Fisch.”

Kekskind: “Kann ich noch mehr Speck haben?”

Ich: (Seufz) “Ja, du kannst noch mehr Fisch haben.”

Keksind: “Ich mag Fleisch am LIEBSTEN. Ich esse immer Fleisch.”

 

Ich habe ganz ehrlich keine Ahnung, wie dieser Dialog zustande kommen konnte. Aber ich war dabei, also muss es wohl passiert sein.

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Kekskind – Fandom

So, yeah, tonight I wrote an email to the KIKA, Germany’s #1 children’s TV channel, because they cancelled the favourite show of my little one. Yes, well, as it seems, I am one of those moms now.

But if you had seen how she cried desperate, silent tears because with her nearly three years she fully understood that the show should be on today and it wasn’t, so it was taken away from her…

She is one of us. An adorable, small fangirl, yearning for the next episode of a show about two merkats living together, solving mysteries. Her heart beats with our hearts.

 

#nofriendzone – phrixuscoyote.tumblr.com

Das Kekskind weint um seine Lieblingsserie. Sie ist eine von uns.

Kekskind-Architektur: Die Scheune

Oma: “Und wo haben wir die Gänse gesehen? In der Scheune waren die Gänse, gell, Keksi.”

Kekskind: “Weißt du, Mama, die Gänse, die waren in der… in der…”

Oma: “Wo waren die Gänse?”

Kekskind: “Die waren in der… in der… die waren in dem Strohgebäude.”

 

Das Kekskind braucht keine Mainstream-Wörter. Es hat seine eigenen Wörter, korrekt gebildete Komposita mit durchschlagender Aussagekraft. “Scheune”, was soll das überhaupt sein.

Das Kekskind und die andere Freundin

Neulich im Kindergarten.

Kekskind: “Guck mal, das ist meine Freundin.”

Erzieherin: “Keksi, das ist ein Baum.”

Kekskind: “Joah, da wohnt die halt drin!”

 

Wie sich herausstellte, ist die kleine Baumbewohnerin Kekskinds neue, andere Freundin (eine hat sie ja schon und jetzt hat sie halt noch eine andere, logisch). Sie heißt Pfafa, ist vier oder fünf Jahre alt und ist anscheinend aus dem Kindergarten mitgekommen und bei uns eingezogen.

Cheatcode

Ein Versuch, meine Krankheit zu erklären

Es gibt so verdammt viele Videospiele. Mehr Genres, mehr Spiele, gute wie schlechte, als man sich vorstellen kann. Und für den einen ist sein Leben vielleicht eher ein packendes RPG, für den anderen eine anspruchsvolle Wirtschaftssimulation, für den nächsten dann doch eher der Busfahrsimulator. Oder Farmville, was weiß ich.

Den meisten Spielen ist jedoch gemein,dass sie Schwierigkeitsstufen haben. Manche sind generell eher einfach oder sehr komplex, andere haben verschiedene Spielmodi, zwischen denen man wählen kann. Manchmal muss man das ganze verdammte Ding durchspielen, um die nächste Schwierigkeitsstufe freizuschalten.

Die folgende Analogie ist sicher nicht perfekt und lückenlos, aber sie fiel mir neulich im Bus zwischen lauter jungen Studenten ein. Also: Jeder mag andere Spiele und kommt mit unterschiedlichen Schwierigkeits- und Komplexitätsstufen klar, soweit sind wir uns bestimmt einig. Manche spielen lieber Solitair oder Mahjong, weil sie keine Zeit haben, sich in irgendwas einzuarbeiten, andere spielen Sim City und verbringen Tage um Tage mit dem Bau einer komplexen Stadt und Wirtschaft. Von Minecraft wollen wir gar nicht erst anfangen. Wir alle haben unterschiedliche Kapazitäten. Wir mögen unterschiedliche Schwierigkeitsstufen, haben unterschiedliche Ambitionen. Manche dümpeln gerne auf niedrigen Levels, andere wollen möglichst schnell erfolgreich sein, wieder andere probieren es immer wieder neu, bis alles perfekt ist. Das Schöne am Spielen ist ja, dass wir es tun können, wie es uns am meisten Spaß macht.

Gaming - he's doing it right

Gaming – he’s doing it right

Nur: unser Leben können wir uns nicht direkt aussuchen. Wir haben wenig bis kein Mitspracherecht bei Genre und Schwierigkeitsgrad. Während die einen schon mit einem Unlimited-Gold-Cheat geboren werden, fangen andere mit eingeschränkten Ressourcen an; bei wieder anderen wird erst im Verlauf klar, dass die Zombiehorden einfach nicht abreißen und die Munition im Level viel spärlicher gesät ist als gedacht. Ich rede nicht von Wunschdenken und persönlicher Lebenseinstellung – manchmal denken wir, wir würden Survival Horror auf schwerster Stufe spielen, in Wahrheit ist es aber Mario Kart für Wii, wir sehen es bloß nicht. Was keinen Unterschied macht, wenn man Mario Kart halt einfach nicht ausstehen kann, und andere durch Resident Evil einfach durchspazieren. Das sind persönliche Vorlieben. Ich will hier auf Leistungsfähigkeit und Überforderung hinaus. Setzen wir also mal voraus, dass die meisten Menschen in unserer Gesellschaft ihr persönliches Spiel auf “normalem” Schwierigkeitsgrad spielen, egal wie der nun individuell aussieht.

Denn bei einigen von uns stellt sich heraus, dass sie tatsächlich “Hardcore” erwischt haben. Dass sie ein höheres Niveau spielen müssen als der eigenen Leistungsfähigkeit angemessen wäre. Ich habe mir sicherlich nicht ausgesucht, krank zu sein. Ich spiele nicht auf normalem Niveau, obwohl mir das lieber wäre. Ich habe weniger Ressourcen und muss sehr genau aufpassen, keinen taktischen Fehler zu machen, weil meine Gegner manchmal härter sind als ich schaffen kann. Klar sind die wenigsten Leben wirklich “einfach”, jeder hat seine Herausforderungen. Aber “Hardcore” zeichnet sich ja meist zusätzlich durch folgendes aus: höhere Komplexität – mehr Parameter, die ich beachten muss, um nicht zu scheitern; durch stark begrenzte Ressourcen – ich muss die gleiche oder bessere Leistung bringen, habe aber weniger Munition, Holz, Erz, Mana, MedPacks, whatever; und schließlich durch mehr und/oder härtere Gegner – ich muss also sehr gute Taktiken anwenden, um trotz meiner geringen Ressourcen zu gewinnen. Und ja, das trifft auf Menschen mit notfortheweakeiner unsichtbaren, chronischen Krankheit besonders zu:

1. Höhere Komplexität: mehr Parameter. Ich muss z.B. regelmäßig zu drei verschiedenen Ärzten, gelegentlich kommen noch Sonderuntersuchungen wie MRT hinzu. Ich muss meine Medikamente gut verwalten, ich darf keine Dosis vergessen und muss immer etwas dazu essen. Sport soll ich zur Vorbeugung machen, und mich entspannen, mich nicht zu sehr schonen aber auch nicht überfordern. Ich muss meinen Körper und meine Psyche gut im Blick behalten, damit ich rechzeitig auf Veränderungen reagieren kann. Und die Bürokratie ist nochmal ein Kapitel für sich – versucht mal, einem Beamten Symptome wie gelegentliche Blindheit schlüssig zu erklären, wenn sie nicht von einem Augenarzt diagnostiziert wurde sondern “nur” von einem Neurologen.

2. Begrenzte Ressourcen: weniger von allem. Ich habe weniger Energie, ich bin momentan meistens müde. Im Sommer wird das alles noch schlimmer, denn hohe Temperaturen verschlimmern alles. Ich habe ein Kind und einen Job, also habe ich weniger Zeit für mich, in der ich mich erholen kann. Medikamente, Nahrungseränzung, Anfahrtskosten zum Arzt – all das kostet Geld und wiederum auch Zeit. Ich muss mir genau überlegen, wofür ich meine Energie einsetze, denn wenn keine mehr da ist, ist keine mehr da. Und dieser Punkt kommt früher als bei gesunden Menschen.

3. Härtere Gegner: komplexere Taktiken. Ich kämpfe oft mit meiner Müdigkeit und Energielosigkeit, ich muss mich also entscheiden – mache ich Haushalt oder mache ich mir ein Abendessen? Beides zusammen schaffe ich nicht. Schreibe ich oder treffe ich mich mit Freunden?  Ich bin depressiv – ich muss genau aufpassen, dass ich mich genug mit meinen Freunden treffe, aber nicht zuviel, damit es mich nicht zu sehr anstrengt. Ich muss oft nein sagen, wenn ich eigentlich gern möchte, denn wenn ich mich überfordere, bezahle ich dafür mit mehreren Tagen, an denen es mir einfach scheiße geht und ich gar nichts mehr machen kann. Und natürlich habe ich permanent ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht so viel schaffe, wie ich gern möchte. Ich muss immer wissen, wo ich im Notfall schnell zur Toilette gehen kann – das sind die Nebenwirkungen meiner Medikamente. Und der Schlaf ist ein Dämon für sich, denn zuviel davon verschlimmert die Depression, zuwenig… auch.

Das ist nur der Alltag – wenn ich einen Schub habe, wird alles noch viel, viel schlimmer. Und alle, die nicht ebenfalls auf “Hardcore” spielen, verstehen nicht, warum ich gelegentlich nicht klarkomme – weil man von außen eben nichts Ungewöhnliches sieht. Viele können gar nicht einschätzen, was überhaupt mit mir los ist oder wie schlimm es ist, und vergessen irgendwie einfach, dass ich nicht gesund bin. Manche halten mich für faul oder egoistisch, weil ich mal viel tun kann, dann wieder nicht. Womöglich wirkt es arrogant, wenn ich vermeintlich einfache Aufgaben oder Termine ablehne, oder Verabredungen absage oder vergesse (Hinweis: es ist keine Absicht. Mein Gehirn funktioniert nicht richtig.).

Man gewöhnt sich an all das. Ich versuche, mir weniger Gedanken darüber zu machen, was andere wohl von mir denken. Sonst mache ich es mir nur noch schwerer, und keiner hat am Ende was davon. Dennoch bleibt all das anstrengend und ich wünsche mir oft, ich könnte wie bei einem echten Spiel schlicht auf “normal” umstellen. Aber es gibt keinen Cheatcode.

Deshalb unten noch ein schönes “Inspirational”, um hier nicht in schlechter Stimmung rauszugehen.

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Eure Phrixus

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